Karlsruhe (dpa) - IG-Metall-Chef Berthold Huber hat der schwarz-gelben Regierung vorgeworfen, den Sozialstaat auszuhöhlen. Sie trete der «Verrohung des Arbeitsmarktes» nicht entgegen, sondern fördere sie noch mit ihrer Verweigerungshaltung, kritisierte Huber beim IG-Metall-Kongress in Karlsruhe.

Mit ihrem Nein zu den Forderungen nach gleicher Bezahlung für Leiharbeiter, nach gesetzlichen Mindestlöhnen und dem Zurückdrängen des Niedriglohnsektors setze die Regierung den gesellschaftlichen Frieden aufs Spiel. «Deshalb müssen wir diese ewigen Nein-Sager stoppen.» Er kündigte weitere Solidaritätsaktionen für Leiharbeiter an.

Huber zeigte sich zudem entsetzt über das Krisenmanagement der Bundesregierung. Mit ihrem Schlingerkurs habe sie die Menschen verunsichert. «Wenn etwa ein Wirtschaftsminister öffentlich über eine Insolvenz eines Eurolandes räsoniert und damit Spekulationen anheizt, kann ich nur sagen: Dieser Mensch will mit einem Streichholz nachschauen, ob noch genügend Benzin im Tank ist.»