Köln (SID) - Der Trainer des Frauenhandball-Bundesligisten VfL Oldenburg, Leszek Krowicki, hat im Gespräch mit dem SID einen möglichen Grund für die finanziellen Probleme des Ligakonkurrenten Bad Wildungen genannt. "Es wird natürlich sehr viel spekuliert, allerdings ist es schon bemerkenswert, dass ein Aufsteiger so viele ausländische Spielerinnen und einen Trainer aus dem Ausland verpflichtet", sagte Krowicki.

Bad Wildungen hatte vor der Saison neun neue Spielerinnen, darunter sieben Ausländerinnen, und Trainer Søren Jeppesen (Dänemark) geholt. Mittlerweile kämpft der Verein mit einer Etatlücke von angeblich mehr als 200.000 Euro. Mit Sparmaßnahmen will man den Etat konsolidieren und eine drohende Pleite abwenden. Zunächst verzichten alle Spielerinnen und Angestellten auf zehn Prozent ihres Gehalts, die verbleibende Lücke soll durch weitere Sponsoreneinnahmen geschlossen werden.

Das Etatloch beim Aufsteiger ist nach Aussage von Berndt Dugall, Vorsitzender der Handball Bundesliga Frauen (HBL), allerdings nur in Teilen auf die Bundesligamannschaft zurückzuführen. "Zwei Drittel der Lücke sind dem Leistungszentrum für den Nachwuchs geschuldet. Die entstandenen Kosten sind zu Lasten der Bundesliga GmbH gegangen", sagte Dugall. Der Spielbetrieb für die laufende Saison sei jedoch "nicht gefährdet".

Krowicki, seit 2005 Trainer des VfL Oldenburg, appellierte an alle Vereine, konsequent im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zu wirtschaften: "Alles andere schadet nur unserer Sportart." Oldenburg hatte in dieser Saison nach dem Verlust des Hauptsponsors und der dadurch entstandenen finanziellen Einschränkungen auf einen Start im Europapokal verzichtet.