Berlin (dpa) - Für den Fall eines Fluglotsenstreiks hat der Deutsche Reiseverband (DRV) vor negativen Folgen für Hunderttausende unbeteiligte Urlauber gewarnt.

«Bei allem Verständnis für die Tarifautonomie und das Streikrecht sollten Gespräche über Gehalt, Vergütungsgruppen und Arbeitsbedingungen bilateral geklärt werden», erklärte DRV-Präsident Jürgen Büchy. Der Konflikt dürfe nicht auf dem Rücken Dritter ausgetragen werden. Ein Streik treffe vor allem die Tourismusbranche, habe aber auch erhebliche Auswirkungen für Geschäftsreisende. Nach Zahlen des DRV zählten deutsche Flughäfen im Oktober vergangenen Jahres pro Tag mehr als 610 000 Passagiere.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Dirk Fischer, äußerte sich kritisch. Fischer sagte der «Rheinischen Post» vom Montag: «Aus Eigeninteresse schaden die Fluglotsen dem Wirtschaftsstandort Deutschland.» Der CDU-Politiker verwies auf die vergleichsweise hohen Gehälter: «Die nagen wahrlich nicht am Hungertuch. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.»

Laut Deutscher Flugsicherung (DFS) liegen die Brutto-Jahresgehälter der Lotsen zwischen 72 000 und 130 000 Euro ohne Schicht- und Feiertagszulagen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) berät in Frankfurt über mögliche Streiks, die DFS bekräftigte ihr Angebot für eine erneute Schlichtung. Rein theoretisch könnte es bereits am Dienstagabend nach 20.00 Uhr zu den ersten Arbeitsniederlegungen kommen.