Berlin (dpa) - Ein Brandanschlag mutmaßlich von Linksextremisten hat am Montag den Bahnverkehr zwischen Berlin und Hamburg sowie in Brandenburg erheblich beeinträchtigt. Berufspendler und andere Reisende warteten vergeblich auf ihre Züge oder kamen zu spät zu Terminen.

Noch bis Mittwoch sind Einschränkungen möglich. Das Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg prüft ein mutmaßliches Bekennerschreiben, das am Montag auf einer linken Website erschien. Darin bekennt sich eine antimilitaristische Gruppe mit dem Namen Hekla zu der Tat.

Am frühen Montagmorgen waren an der Trasse nordwestlich von Berlin Kabel in Brand gesetzt worden, die wichtige Verbindungsstrecke ist seitdem unterbrochen. Laut Bundespolizei hatten Unbekannte zwischen den Bahnhöfen Brieselang und Finkenkrug zwei Brandsätze in Kabelschächte gesteckt. Einer zündete und zerstörte die Signalkabel.

Laut dem Bekennerschreiben wollte die Gruppe mit der Aktion gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren. Sie fordert auch Freiheit für den inhaftierten US-Soldaten Bradley Manning, dem das US-Militär vorwirft, Interna an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben zu haben.

«Inwieweit die Gruppe bisher bekannt ist oder mit anderen Personen möglicherweise in Zusammenhang gebracht werden kann, ist derzeit völlig unklar», sagte LKA-Sprecher Toralf Reinhardt. Das gilt auch für die Frage, ob das Bekennerschreiben authentisch ist oder ob es sich um das Werk von Trittbrettfahrern handelt. Ein Zusammenhang mit vergleichbaren Anschlägen sei aber nicht auszuschließen.

Erst im Mai hatte es einen Anschlag auf das Bahnnetz in Berlin gegeben, der Teiel des S-, Regional- und Fernbahnverkehrs lahmlegte. Damals wie heute lehnten die mutmaßlichen Tätergruppen ihre Namen in Bekennerschreiben an isländische Vulkane an.

Die Bahn geht davon aus, dass die Reparatur bis Dienstagvormittag dauert. Bei der Fahrplanauskunft bereitete sie die Kunden auf der Strecke Hamburg - Berlin auf Verspätungen bis zum Mittwochvormittag vor. Fernzüge wurden über Stendal und Wittenberge umgeleitet, die Fahrzeiten verlängern sich nach Bahnangaben um bis zu eine Stunde. Mehrere Regionallinien waren unterbrochen. Die Bahn setzte Busse auf diesen Linien ein.