Berlin (dpa) - Ein Brandanschlag mutmaßlich von Linksextremisten hat am Montag den Bahnverkehr zwischen Berlin und Hamburg sowie in Brandenburg erheblich beeinträchtigt.

In einem Schreiben an die «Bild»-Zeitung und auf einer linken Website im Internet bekannte sich eine antimilitaristische Gruppe zu der Tat. An der Trasse nördlich von Berlin waren am Morgen Kabel in Brand gesetzt worden, so dass die wichtige Verbindungsstrecke unterbrochen war. Der Bundespolizei war das Bekennerschreiben nach Worten einer Sprecherin zunächst nicht bekannt.

Laut dem Bekennerschreiben wollte die Gruppe mit der Aktion gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren. Nach Informationen des «Tagesspiegels» (Dienstag) gibt es eine Parallele zu einem ähnlichen Anschlag im Mai am Berliner Bahnhof Ostkreuz, der den S-, Regional- und Fernbahnverkehr lahmlegte. Damals wie heute lehnten die mutmaßlichen Tätergruppen ihre Namen in Bekennerschreiben an isländische Vulkane an.

Nach Angaben der Bundespolizei hatten Unbekannte zwischen den Bahnhöfen Brieselang und Finkenkrug in Brandenburg zwei Brandsätze in Kabelschächte gesteckt. Einer von ihnen zündete und zerstörte die Signalkabel.

Die Bahn geht davon aus, dass die Reparatur bis Dienstagvormittag dauert. Bei der Fahrplanauskunft bereitete sie die Kunden auf der Strecke Hamburg - Berlin auf Verspätungen bis zum Mittwochvormittag vor. Mehrere Regionallinien waren am Montag unterbrochen.