Den Haag (dpa) - Die Eurokrise erreicht die Oranje-Monarchie: Königin Beatrix und ihre Familie sollen sparen und auf finanzielle Privilegien verzichten, fordern immer mehr Politiker.

Dafür zeichne sich im Parlament eine Mehrheit ab, berichtete die Zeitung «de Volkskrant» am Dienstag zum Auftakt von Debatten der Abgeordneten über die Kosten der Monarchie.

Nach am selben Tag bekanntgewordenen Forderungen der sozialdemokratischen Opposition sollen royale Steuervorteile gestrichen werden. Zudem soll Beatrix (73) aus ihrem Einkommen als Staatsoberhaupt in Höhe von jährlich 829 000 Euro künftig Miete für ihr Residenzschloss Huis ten Bosch bei Den Haag bezahlen. Ihre Angehörigen - allen voran Kronprinz Willem-Alexander und seine Ehefrau Prinzessin Máxima - sollen Erbschaftssteuern zahlen, wenn sie eines Tages das Millionenvermögen der Monarchin übernehmen. Außerdem soll die Zahl der Freiflüge für Angehörige der Königsfamilie deutlich reduziert werden.

Neben den meisten Oppositionsparteien hat sich auch die rechtsliberale Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) unter Ministerpräsident Mark Rutte bereits für Einsparungen bei den Oranjes ausgesprochen. Konkrete Entscheidungen werden in den nächsten Tagen erwartet. Auch in der Bevölkerung werden laut Umfragen Kürzungen bei den Ausgaben für das Königshaus befürwortet, jedoch will eine klare Mehrheit zugleich, dass die Niederlande eine parlamentarische Monarchie mit einem gekrönten Staatsoberhaupt bleibt.

Huis ten Bosch, Niederländisch