Bremen (dpa) - Die Werder-Fans wollten eigentlich die endgültige Rückkehr von Naldo auf die Bundesliga-Bühne feiern und mussten am Ende ihren Ex-Liebling Patrick Owomoyela ertragen.

Als Borussia Dortmunds Matchwinner beim 2:0 (1:0) vor 42 068 Zuschauern im Weserstadion jubelte, blieb Bremens Naldo nur eine Nebenrolle. Beide hatten zuvor ihr Startelf-Comeback nach langen verletzungsbedingten Qualen gegeben. Owomoyela spielte unerwartet erstmals seit fast 13 Monaten 90 Minuten durch, Naldos bislang letztes Spiel über die volle Distanz lag gar 17 Monate zurück.

Owomoyela konnte sein Glück an alter Wirkungsstätte nach dem dritten Sieg des Meisters in Serie und dem endgültigen Anschluss an die Spitzengruppe der Bundesliga kaum fassen. «Das sind Geschichten, die nur der Fußball schreibt, und nun bin ich ein Teil davon. Das erste Mal in der Start-Elf und dann auch noch beim alten Verein, was natürlich noch zusätzlich etwas Besonderes ist», sagte der 31-Jährige überglücklich. Die Motivation war so groß, dass er in der 71. Minute sogar das entscheidende 2:0 schoss und den meisten Bremern einen Stich ins Herz versetzte. Dass Kollege Robert Lewandowski wohl im Abseits stand, war am Ende nur noch eine Randnotiz.

«Ich bin natürlich happy, dass das ausgerechnet in Bremen passiert ist», sagte der ehemalige Nationalspieler. Es war ein gelungener Schachzug von BVB-Coach Jürgen Klopp, nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Lukasz Piszczek Owomoyela zu dessen erstem Saisoneinsatz zu verhelfen. «Das war für ihn ein spezielles Spiel bei seinem Ex-Verein», begründete Klopp seine auf die Extra-Motivation ausgerichtete Entscheidung. Die Rechnung ging auf. Owomeyela hatte die meisten Ballkontakte und war zudem bester Zweikämpfer des BVB.

«Es war anstrengend, ich bin jetzt kaputt», gestand der Außenverteidiger, der zwischen 2005 und 2008 50 Mal für Werder spielte. Die Anstrengung hat sich gelohnt. Nach diesem Spiel dürfte er wieder fester Bestandteil des BVB-Kaders sein. «Es ist logisch, dass er jetzt wieder eine Option für die Zukunft ist», befand Klopp.

Bremens Naldo ist wohl mehr als das. Trotz der Niederlage wollte der 29-Jährige seine Freude über sein Comeback nicht verbergen. «Es war super, wie in einem Traum. Ich konnte zu einhundert Prozent in die Zweikämpfe gehen und habe nie an mein Knie gedacht.» Der Brasilianer gehörte zu Werders besten Spielern, gewann 83 Prozent seiner Zweikämpfe und ließ phasenweise auch in der Offensive die alte Gefährlichkeit aufblitzen. Die Tore aber schossen der später mit Gelb-Rot vom Platz gestellte Ivan Perisic (42.) und Owomoyela.

Nach der langwierigen Knieverletzung, die Naldo fast anderthalb Jahre außer Gefecht gesetzt hatte, hatte Trainer Thomas Schaaf seinen alten Leistungsträger mit Kurzeinsätzen in der Liga und Belastungsproben in Testspielen behutsam wieder herangeführt. «Er war jetzt einfach an der Reihe», sagte Manager Klaus Allofs zu Naldos Fortschritten. Zu Naldos Glück fehlt jetzt nur noch Werders Rückkehr in die Erfolgsspur nach der zweiten Niederlage hintereinander. Und ein Tor, so wie bei Owomoyela. «Ich habe alles versucht. Ich muss weiter trainieren, dann klappt es vielleicht gegen Augsburg», sagte der Südamerikaner.