Frankfurt/Main/Berlin (dpa) - In mehreren deutschen Städten wollen heute Kapitalismuskritiker gegen die Macht der Finanzmärkte und für mehr soziale Gerechtigkeit protestieren. In Frankfurt am Main erwartet die Polizei nach eigenen Angaben rund 1000 Demonstranten vor dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB). In Berlin wollen Protestierende zum Kanzleramt ziehen.

Die Kundgebungen sind Teil eines weltweiten Aktionstages. Unter den Organisatoren sind auch die Globalisierungskritiker von Attac. Vorbild der Demonstrationen ist die amerikanische Protestbewegung «Occupy Wall Street» («Besetzt die Wall Street»), die sich gegen das Finanzsystem und große Teile der Bankenwelt wendet.

Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, bezeichnete die Proteste als den «Beginn einer neuen Demokratiebewegung». Im Gespräch mit den Zeitungen der «WAZ»-Mediengruppe (Samstag) forderte er erneut eine Verstaatlichung der Banken. Die Proteste würden weiter anwachsen, solange keine Maßnahmen ergriffen würden, um die Finanzmärkte «an die Kette zu legen», sagte Ernst.

«Occupy Wall Street» begann vor etwa einem Monat als kleinere Protestbewegung in New York, seither hat sie dort Tausende Menschen mobilisiert und weltweit Beachtung gefunden. Die globale Protestwelle soll alle fünf Kontinente umfassen. Nach Angaben der Website «www.15october.net» erreichen die Demonstrationen und kleineren Aktionen weltweit etwa 1000 Städte.

Größere deutsche Demos werden in Köln, München, Hamburg, Hannover, Leipzig und Stuttgart erwartet. Attac-Aktivisten wollen in Freiburg zur Deutsche-Bank-Filiale ziehen. Auch durch Kleinstädte wie Waiblingen oder Herne soll ein Hauch «Occupy Wall Street» wehen.

Occupy Wall Street

Weltweiter Protesttag 15. Oktober im Netz