Frankfurt/Main (dpa) - Positiv aufgenommene Meldungen zum Euro-Rettungsschirm haben zur Wochenmitte am deutschen Aktienmarkt für Kursgewinne gesorgt. Der Dax kletterte am Mittwoch um 1,33 Prozent auf 5956 Punkte und knüpfte damit an seine zaghafte Erholung vom Vortag an.

Für den MDax ging es um 0,94 Prozent auf 9058 Punkte nach oben, der TecDax stieg um 1,79 Prozent auf 690 Punkte. Die Wirkungskraft des europäischen Rettungsfonds EFSF soll laut einem Bericht der britischen Tageszeitung «The Guardian» mit einer teilweisen Versicherung von Staatsanleihen verfünffacht werden.

Das habe die Stimmung am Markt gehoben, hieß es von Börsianern. Der Optimismus dominiere, obwohl nichts grundlegend Neues in der Schuldenkrise bekanntgeworden sei, kommentierte etwa Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba sagte mit Blick auf den EU-Gipfel am Wochenende: «Wir haben zurzeit ausgesprochen stark politisch geprägte Börsen.»

Ganz vorne im Dax lagen die Bankenwerte. Die Aktien der Commerzbank kletterten um 6,03 Prozent auf 1,653 Euro, die der Deutschen Bank machten dahinter 5,34 Prozent auf 27,825 Euro gut. «Mit einem versicherungstechnisch dramatisch aufgeblasenen Rettungsschirm soll jeder Zweifel an der Rettung von prekären Ländern der Eurozone im Keim erstickt werden», sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. «Es ist wie bei einer Autoversicherung. Hoffen wir, dass nicht zu viele Unfälle gleichzeitig stattfinden.»

Besser als der Markt entwickelten sich auch die Papiere von K+S mit einem Aufschlag von rund zweieinhalb Prozent angesichts des Verkaufs der Tochter Compo an den Finanzinvestor Triton. Infineon-Titel verloren dagegen nach einer negativen Studie der US-Bank Morgan Stanley 0,02 Prozent auf 6,039 Euro.

Im TecDax eroberten Papiere der Software AG mit plus 10,96 Prozent auf 30,170 Euro die Spitze. Der Software-Hersteller hatte am Vorabend überraschend seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Händler lobten unter anderem das Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,88 (Vortag: 1,80) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,40 Prozent auf 129,39 Punkte. Der Bund Future verlor 0,77 Prozent auf 134,54 Punkte. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3828 (1,3676) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7232 (0,7312) Euro.