Frankfurt/Main (dpa) - Positiv aufgenommene Medienberichte zum Euro-Rettungsschirm haben dem Dax zu Kursgewinnen verholfen. Der Leitindex kletterte um 0,61 Prozent auf 5913,53 Punkte und knüpfte damit an seine moderate Erholung vom Vortag an.

Für den MDax ging es indes um 0,44 Prozent auf 8934,17 Punkte nach unten, der TecDax stieg um 1,69 Prozent auf 689,02 Punkte.

Einem Bericht der britischen Zeitung «The Guardian» zufolge soll die Wirkungskraft des europäischen Rettungsfonds EFSF mit Hilfe einer teilweisen Versicherung von Staatsanleihen verfünffacht werden. Das habe die Stimmung am Markt gehoben, hieß es von Börsianern. Gleichwohl bleibe die Unsicherheit hoch, da nichts grundlegend Neues in der Schuldenkrise bekanntgeworden sei.

«Nichts ist in trockenen Tüchern, das Börseneis ist nach wie vor dünn», hieß es in einem Kommentar von IG Markets. Experten sehen den Markt in einer Wartestellung vor dem EU-Gipfel am Wochenende. Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba sagte: «Wir haben zurzeit ausgesprochen stark politisch geprägte Börsen.» Alles drehe sich darum, wie mit der Schuldenkrise umgegangen werden soll.

Ganz vorne im Dax lagen die Finanzwerte. Die Papiere der Deutschen Bank gewannen 4,22 Prozent auf 27,530 Euro, die der Commerzbank kletterten um 4,68 Prozent. Für die Anteile der Allianz ging es ebenfalls um mehr als vier Prozent nach oben. «Mit einem versicherungstechnisch dramatisch aufgeblasenen Rettungsschirm soll jeder Zweifel an der Rettung von prekären Ländern der Eurozone im Keim erstickt werden», sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. «Es ist wie bei einer Autoversicherung. Hoffen wir, dass nicht zu viele Unfälle gleichzeitig stattfinden.»

Den Aktien der Deutschen Bank half Börsianern zufolge zudem ein Bericht des Anlegermagazins «Platow Brief». Demnach könnte dem Finanzhaus mit seinen Zahlen angesichts der zuletzt stark gesunkenen Analystenschätzungen eine positive Überraschung gelingen.

Zu den schwächeren Werten zählten dagegen die Infineon-Titel mit einem Minus von 1,16 Prozent auf 5,970 Euro nach einer negativen Studie der US-Bank Morgan Stanley. Sorgen bereite ihm vor allem der für das erste Geschäftsquartal angekündigte Einbruch bei den operativen Gewinnmargen, schrieb Analyst Francois Meunier.