Hongkong/Berlin (dpa) - Mit dem «persönlichen Assistenten» Siri für das neue iPhone 4S hat Apple viele Smartphone-Nutzer begeistert. Hugo Barra, Manager beim Rivalen Google, hält jedoch nicht viel von der Software. Sie setze nicht auf das richtige «Interaktionsmodell», sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

«Ich habe die Befürchtung, dass die Nutzer frustriert werden.» Denn die Erwartungen an den Assistenten, der Sprachanweisungen erkennt und umsetzt, seien sehr hoch: «Es ist so, als ob man mit einem Menschen redet.»

Google verfolge bei der Spracherkennung einen anderen Ansatz, erklärte Barra, der bei der Entwicklung des Betriebssystems Android eine führende Rolle spielt. Die Funktion stehe allen Geräteherstellern und Software-Entwickler zur Verfügung: «Das ermöglicht ihnen, die Spracherkennung in so ziemlich jeder Anwendung einzubauen.»

Google hat am Mittwoch Einzelheiten zur neuen Android-Version 4.0 - Beiname: Ice Cream Sandwich (Eiswaffel-Sandwich) - vorgestellt. Sichtbarste Neuerung ist die überarbeitete Benutzeroberfläche - sie sei «viel polierter», sagte Barra. «Das ist aus unserer Sicht ein gigantischer Schritt.» Damit habe man auf die Bedürfnisse der Nutzer reagiert: «Sie mögen und nutzen Android, aber sie lieben es nicht unbedingt», sagte er. Man wolle nun eine «stärkere emotionale Verbindung» herstellen.

Android 4.0 führt die bislang separaten Versionen für Smartphones und Tablet-Computer zusammen. Barra sieht darin Vorteile für das «gesamte Ökosystem»: Die Hardware-Hersteller könnten sich auf eine Software-Version konzentrieren, Software-Entwickler ihre Programme auf allen Geräten anbieten. Davon profitiere auch der Nutzer: «Es gibt eine größere Auswahl von Geräten mit dem gleichen Oberfläche, dem gleichen "look and feel". Außerdem gibt es mehr Apps, die auf den verschiedenen Geräten prima funktionieren.»