Berlin (dpa) - SPD-Chef Sigmar Gabriel hat der Bundesregierung zu langsames Handeln in der Euro-Krise vorgeworfen. «Vor anderthalb Jahren hätten wir den Schuldenschnitt in Griechenland machen müssen», sagte Gabriel im «ZDF-Morgenmagazin».

Damals sei Italien noch nicht im Fokus der Finanzmärkte gewesen. «Jetzt wird es alles viel, viel teurer.» Die Bundesregierung habe seit anderthalb Jahren nichts unternommen, «um den Banken und Finanzsektor zu regulieren», kritisierte Gabriel.

Am Sonntag findet in Brüssel ein EU-Gipfel zur Lösung der Euro-Schuldenkrise statt. Mit Blick auf das Treffen will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) voraussichtlich am Freitag im Bundestag eine Regierungserklärung abgeben.

Der SPD-Chef warnte gleichzeitig vor dem Hebeln - also dem Aufpusten des Euro-Rettungsschirms EFSF in Form einer Versicherung für Staatsanleihen kriselnder Eurostaaten. «Wir gehen richtig den Weg in die Schuldenunion», sagte Gabriel, «aber ohne jedes Instrument, diese Schulden kontrollieren zu können.» Das Risiko für Deutschland werde dadurch «exorbitant höher».