Athen (dpa) - Im von der Finanzkrise erschütterten Griechenland haben am Mittwoch landesweite Streiks als Protest gegen noch schärfere Einsparungen des Staates begonnen. Zu dem Ausstand haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände aufgerufen.

Aus Angst vor Ausschreitungen seitens gewaltbereiter linker und rechter Gruppierungen zog die Polizei starke Einheiten in Athen zusammen. Die zwei wichtigsten U-Bahn Stationen am zentralen Syntagma Platz vor dem Parlament sollen während der Demonstrationen geschlossen bleiben, teilte die Polizei mit.

Als erste starteten die Fluglotsen die Streikwelle. Der griechische Luftraum blieb seit Mittwoch Mitternacht für alle kommerzielle Flüge von und nach Griechenland geschlossen. Viele Flüge wurden verschoben oder fallen aus. Der Flugbetrieb soll ab 11.00 Uhr (MESZ) wieder aufgenommen werden.

Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken, Apotheken, Tankstellen, Geschäfte und Bäckereien werden ebenfalls bestreikt. Wegen eines seit fast zwei Wochen andauernden Streiks der Müllabfuhr liegen in den meisten Städten Zehntausende Tonnen Müll auf den Straßen. Ärzte behandeln in Krankenhäusern nur Notfälle. Busse und die U-Bahnen von Athen wurden von fünf Uhr morgens bis 09.00 Ortszeit bestreikt. Den Rest des Tages werden die U-Bahnen normal fahren.

Ministerpräsident Giorgos Papandreou warnte die Streikenden, wenn sie das Land «zersetzen», dann werde es «kein Geld für Löhne und Renten» geben.