Duisburg (SID) - Nach Bekanntwerden der Depressionserkrankung bei Stürmer Martin Fenin von Fußball-Zweitligist Energie Cottbus hat die Vereinigung für Vertragsfußballer (VdV) die Profi-Klubs zu mehr Vorsorge und Einsatz aufgefordert. "Es gibt noch zu viele Klubs, bei denen die Sportpsychologie keinen hohen Stellenwert besitzt", sagte VdV-Vorsitzender Ulf Baranowsky dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Wie Baranowsky ausführte, weise die VdV seit Jahren schon darauf hin, dass im Fußball psychische Erkrankungen in nennenswerter Zahl auftreten. Die sportpsychologische Betreung sei allerdings nicht optimal. Richtig diskutiert werde das Thema erst seit dem tragischen Tod von Robert Enke. Der damalige Nationaltorwart hatte sich im November 2009 aufgrund von Depressionen das Leben genommen. Seitdem gehe die Diskussuion "in die richtige Richtung", sagte der VdV-Vorsitzende.

Dass die wenigsten Spieler mit ihren psychischen Problemen an die Öffentlichkeit treten, sei nicht verwunderlich. "Viele Spieler fürchten die Konsequenzen", sagte Baranowsky. Ein öffentliches Eingeständnis könne zu Problemen bei Vertragsverhandlungen oder dem Abschluss von Versicherungen führen. Zudem laufen Spieler Gefahr als "psychisch labil" abgestempelt zu werden. Auf der anderen Seite lassen die nur wenig bekannten Fälle die Öffentlichkeit nur kurz aufschrecken.

Die Vereinigung der Vertragsfußballer bietet betroffenen Spielern seit Jahren Hilfe an. Durch das Netzwerk "mental Gestärkt" verfüge die VdV über ein Betreuungsnetzwerk, auf das Vereine und Spieler jederzeit zurückgreifen könnten.