Hannover (dpa) - Hannover 96 ist heiß auf das Überwintern in der Europa League und sinnt nach dem 0:2 beim 1. FC Köln in der Bundesliga gegen den dänischen Meister FC Kopenhagen auf schnelle Wiedergutmachung. «Wir täten gut daran, gegen den FC Kopenhagen zu gewinnen», forderte Trainer Mirko Slomka.

Das Duell könnte schon eine leichte Vorentscheidung im Kampf um den Einzug in die K.o.-Runde bringen. Mit aktuell vier Punkten aus zwei Spielen und einem Zähler Vorsprung auf Kopenhagen wäre ein Sieg Gold wert. «Unsere Heimspiele sollten wir gewinnen», bekräftigte daher auch Fußball-Routinier Christian Schulz.

Nach dem ersten vergeblichen Anlauf gegen Standard Lüttich (0:0) steht der Bundesliga-Siebte gegen den souveränen Tabellenführer der dänischen Superligaen bereits leicht unter Druck. Die Ansprüche beim Fast-Absteiger der Saison 2009/2010 sind innerhalb eines guten Jahres derart gestiegen, dass man sich längst stark genug für die Champions-League-erfahrenen Gäste hält.

«Wir sind für Donnerstag gerüstet und zuversichtlich, dass wir gewinnen können. Wir wollen Kopenhagen unser Spiel aufzwingen», erklärte Lars Stindl forsch. Dafür wäre das Mitwirken von Angreifer Jan Schlaudraff umso wichtiger. Der Ex-Nationalspieler, bei der Niederlage in Köln am Sonntag wegen Problemen an der Patellasehne noch schmerzlich vermisst, arbeitet verbissen am schnellen Comeback.

«Wir müssen abwarten. Zur Zeit steht es fifty-fifty», berichtete Slomka. Spezialtraining, Schockwellentherapie und Schmerztabletten sollen den 28-Jährigen fit machen für die wichtige Partie. Ob es klappt, entscheidet sich kurzfristig. Reicht es nicht, bliebe der weiterhin nach seiner Form suchende Didier Ya Konan Sturmpartner von Mohammed Abdellaoue. «Moa und er werden sich finden», sagte Slomka.

Zu großes Risiko dürfte Slomka mit Schlaudraff nicht eingehen. Die Niedersachsen stehen vor richtungweisenden Wochen. Nur drei Tage nach dem Europa-League-Hit folgt der Schlager gegen Liga-Primus FC Bayern. Danach warten im Pokal Mainz 05 und wieder in der Liga der Tabellenzweite Gladbach. «Wenn ich danach drei Spiele ausfalle, macht es keinen Sinn», sagte Schlaudraff selbst.

Sicher wieder in der Startelf dabei ist Steven Cherundolo nach seiner kleinen Pause. Der Kapitän soll mithelfen, den Ärger um das in Köln nicht gegebene Tor von Sergio Pinto wegen vermeintlichen Abseits abzuschütteln. «Wir müssen über 90 Minuten eine deutliche Reaktion zeigen. Das sind jetzt die Wochen der Wahrheit», forderte Clubchef Martin Kind. Die Spieler scheinen verstanden zu haben. «Ab jetzt zählt nur noch Kopenhagen», bekräftigte Stindl.