Gelsenkirchen (dpa) - Larnaca statt Mailand oder Manchester: Für den FC Schalke 04, Champions-League-Halbfinalist der vergangenen Saison, hat in der Europa League eine Reise ins Ungewisse begonnen. Zyperns Pokalsieger AEK Larnaca ist international eine völlig unbekannte Größe.

Dennoch wollen die Schalker ihre komfortable Ausgangsposition mit bislang vier Punkten aus zwei Gruppenspielen in der Partie am Donnerstag weiter ausbauen und in Europa überwintern.

Allerdings warnt Trainer Huub Stevens davor, den Auftritt auf der Mittelmeerinsel als Urlaubsausflug zu verstehen. «Wir müssen es schaffen, den Gegner zu weniger Chancen kommen zu lassen», sagte der Niederländer. «Larnaca war uns bisher kein Begriff, aber wer es in die Gruppenphase der Europa League schafft, kann so schlecht nicht sein», sagte Schalkes Manager Horst Heldt. Die Mannschaft hat immerhin den 22-maligen norwegischen Meister Rosenborg Trondheim aus dem Wettbewerb geworfen.

Nach dem erstmaligen Einzug in die Europa League muss der Club seine dortigen Heimspiele im GSP-Stadion in der 40 Kilometer entfernten Inselhauptstadt Nikosia austragen, da der 13 000 Zuschauer fassende «Gymnastic Club Zenon» nicht den UEFA-Richtlinien genügt.

Auch wenn Stevens dem Gastgeber mit Respekt begegnet, weiß er nur zu genau, dass sich seine mit Stars gespickte Mannschaft gegen Larnaca eher selbst schlagen kann, so wie es bei der 0:2-Niederlage im Hinspiel der Playoffs bei HJK Helsinki und zuletzt in der Bundesliga bei der 1:2-Heimpleite gegen Kaiserslautern war. «Wenn wir so pomadig wie gegen Kaiserslautern spielen, werden wir auch gegen Larnaca nichts holen. Ich denke aber, dass die Mannschaft die Aufgabe konzentrierter angehen wird, dann wird sich unsere bessere Qualität auch durchsetzen», meinte Manager Heldt.

Coach Stevens will wieder mehr Wert auf sein altes Motto «die Null muss stehen» legen, um vor weiteren negativen Überraschungen gefeit zu sein. «In den letzten Partien hatten unsere Gegner zu viele Tormöglichkeiten. Das müssen wir abstellen.» Dabei fällt natürlich auch dem Torhüter eine zentrale Rolle zu. Stevens ließ noch offen, ob der junge Lars Unnerstall, wie schon gegen Kaiserslautern, oder Routinier Mathias Schober nach der Verletzung von Ralf Fährmann spielen wird. Für den Rest der Hinrunde fällt der Stammtorwart aus. Wie der Club bestätigte, hat sich der Schlussmann einen Innenbandabriss und einen Teileinriss des Kreuzbandes im linken Knie zugezogen.

Bei den Schalkern verdichten sich unterdessen die Gerüchte, dass sich der Club mit einem neuen Torhüter verstärken wird. Dabei wird der zur Zeit arbeitslose Ex-Nationalkeeper Timo Hildebrand hoch gehandelt. «Ich kenne ihn seit Jahren sehr gut. Wir telefonieren regelmäßig», sagte Heldt, ohne ein gezieltes Schalker Interesse zu bestätigen.