Berlin (dpa) - Etwa jeder sechste Berliner Jugendliche ist in den letzten zwölf Monaten nach einer Befragung Opfer von Kriminalität geworden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, die am Mittwoch vorgestellt wurde.

17,9 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, sie seien beraubt, erpresst oder geschlagen worden. Im Bundesdurchschnitt waren es 16,8 Prozent. 12,8 Prozent der befragten Jugendlichen, also etwa jeder achte, wurde im letzten Jahr Opfer von Körperverletzung.

Berlin habe demnach keine auffallend höhere Kriminalitätsrate als andere Städte. Der Direktor des Forschungsinstituts, Christian Pfeiffer, sagte: «Es gibt positive Befunde und nicht primär Kritisches und Negatives zu berichten, etwa, dass Berlin am allerschlimmsten ist.»

Sinn der Studie sei, die tatsächlichen Zahlen von Kriminalität und Gewalt zu erforschen, so die Wissenschaftler. Die Kriminalstatistiken der Polizei würden ein zu großes Dunkelfeld offen lassen. «Wir als Kriminologen trauen diesen Statistiken nicht. Da taucht nur das auf, was angezeigt wird, etwa nur ein Viertel der Taten. Dreiviertel der Taten bleiben unentdeckt.»