Trier/Frauenkron (dpa) - Knapp 30 Jahre nach ihrem Verschwinden ist das Schicksal einer jungen Frau aus der Eifel vermutlich aufgeklärt: Die damals 18-Jährige Lolita Brieger aus Rheinland-Pfalz ist nach Einschätzung der Polizei «mit hoher Wahrscheinlichkeit» tot.

Am Mittwoch wurden auf einer ehemaligen Mülldeponie in Nordrhein-Westfalen Knochen und Kleidungsstücke gefunden.

Den entscheidende Zeugen-Hinweis auf die Müllkippe hatte die Polizei nach der Ausstrahlung des Falls in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» Ende August erhalten. Der Zeuge soll dem Täter 1982 geholfen haben, die Leiche der schwangeren Frau zu beseitigen. Anfang September führte er die Ermittler zu der Müllhalde im Kreis Euskirchen.

Die jetzt gefundenen Überreste stammten «relativ sicher» von der jungen Frau, sagte Einsatzleiter Wolfgang Schu. Die gefundenen Kleider entsprächen denen, die die junge Frau trug, als sie zum letzten Mal lebend gesehen wurde.

Nach zweiwöchiger Suche fanden Beamte am Mittwochvormittag auf der Deponie in Frauenkron «ein mit Folie umhülltes Paket» in der Erde, darin befanden sich die Knochen und Kleidungsstücke.

Rechtsmediziner aus Mainz sicherten am Nachmittag vor Ort erste Spuren und begannen mit Untersuchungen zur Identifizierung. Die Überreste sollten noch am Mittwoch nach Mainz gebracht werden. Letztendliche Sicherheit über den Verbleib der Frau kann laut Schu nur ein DNA-Test liefern. Mit Ergebnissen könne in einigen Tagen gerechnet werden.

Lolita Brieger war vor 29 Jahren spurlos verschwunden. Ihr damaliger Freund sitzt seit dem 9. September wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Die Trierer Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der heute 50-Jährige seine schwangere Freundin ermordet hat. Der Mann schweigt bislang.