Frankfurt/Main (dpa) - Die Lufthansa weicht wegen des vorläufigen Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen teilweise auf den Flughafen Köln/Bonn aus.

Auf verschiedenen China-Verbindungen müssten Zwischenlandungen in Köln/Bonn eingeplant werden, um die international fest verhandelten Überflugrechte und Landegenehmigungen nicht zu verlieren, hieß es am Mittwochabend in einer Kundeninformation auf der Internet-Seite des Unternehmens. Laut der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstag) werden fünf Frachtflüge aus Frankfurt verlagert.

Die Maschinen nach China sollten ab dem 30. Oktober in Köln/Bonn starten, schrieb die Zeitung. Die Flieger würden in Frankfurt abgefertigt und in Köln/Bonn zwischenlanden, um von dort nachts abzuheben.

Von Lufthansa Cargo gab es zunächst keine Bestätigung für den Bericht. Die Gesellschaft will am Donnerstag in Berlin über ihren Umgang mit dem Nachtflugverbot informieren. Allerdings kündigte das Unternehmen im Internet mehrere Änderungen im Flugplan an. So müssten zwei wöchentliche Verbindungen nach China gestrichen werden, für die es Alternativen mit eigenen Frachtflugzeugen oder Passagierfliegern der Lufthansa gebe. Zudem will die Gesellschaft «voraussichtlich ab Januar» mindestens ein Frachtflugzeug fest in Köln/Bonn stationieren, um ihren Kunden weiterhin nächtliche Abflüge in die USA anbieten zu können.

Das Angebot für die Kunden bleibe «insgesamt stabil», schreibt Lufthansa Cargo. Allerdings gebe es durch die neuen Betriebszeiten des Flughafens bei bestimmten Flügen zeitliche Verschiebungen.

Die Frachtfluggesellschaft hatte für den Winterflugplan ab dem 30. Oktober eigentlich im Schnitt zehn Flüge pro Nacht in Frankfurt vorgesehen. Gab es bislang gar kein Nachtflugverbot und demzufolge bis zu 50 Flugbewegungen pro Nacht, sollte ab dem 30. Oktober eine Neuregelung greifen, die für den Flughafen nur noch bis zu 17 Nachtflüge in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr vorsah. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat diese Regelung des Planfeststellungsbeschlusses in der vergangenen Woche aber vorläufig gestoppt.