Köln (SID) - Motorrad-Pilot Stefan Bradl rechnet nicht damit, dass es am Sonntag beim Großen Preis von Malaysia vorzeitig mit dem Gewinn des WM-Titels klappt. "Jetzt am Wochenende Weltmeister zu werden - da muss ich schon sehr, sehr viel Glück haben und Marc Márquez muss mir in die Karten spielen. Ich gehe nicht davon aus, dass das so eintreten wird", sagte der Moto2-Spitzenreiter im Interview mit Sport1. Bradl liegt bei zwei ausstehenden Rennen drei Punkte vor seinem Verfolger. Sollte der Spanier beim vorletzten Lauf leer ausgehen, könnte Bradl den Titel mit einem Sieg perfekt machen.

Dass ihm der zweite Platz im Gesamtklassement nicht mehr zu nehmen ist und er damit auf einer Stufe mit seinem Vater steht, lässt den 21-Jährigen eher kalt. "Natürlich ist es schön, schon Vizeweltmeister zu sein, aber letztlich reicht mir das einfach nicht", sagte der Zahlinger. Helmut Bradl war 1991 in der 250ccm-Klasse WM-Zweiter geworden.

Eine Welt würde für Bradl junior nicht zusammenbrechen, sollte am Ende doch Márquez die Nase vorn haben. "Mein Privatleben ist mir schon noch wichtiger als der WM-Titel. Aber ich werde alles daran setzen, es zu schaffen", sagte Bradl. Der Kalex-Pilot könnte am Sonntag (8.15 Uhr MESZ) als erster deutscher Motorradfahrer nach Dirk Raudies (1993) den WM-Titel gewinnen.