Köln (dpa) - Der Röntgensatellit Rosat wird nach neuesten Berechnungen an diesem Wochenende abstürzen. Das Raumfahrzeug werde am Samstag oder Sonntag wieder in die Erdatmosphäre eintreten, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit.

Seit einer Woche erstellen die Experten fast täglich neue Prognosen.

Der fast 2,5 Tonnen schwere Satellit kreist in einer Höhe von nur noch weniger als 240 Kilometern über der Erde und wird teilweise verglühen, wenn er in die Atmosphäre eintritt. Bis zu 30 Fragmente könnten auf die Erde stürzen - mit einer geringen Wahrscheinlichkeit von 1:580 auf Deutschland.

Dass hierzulande jemand durch Trümmer zu Schaden kommt, ist nahezu ausgeschlossen. Zum Absturzort können weiter keine exakten Angaben gemacht werden, wegen des hohen Rosat-Tempos und der Erdrotation. Das größte Fragment könnte bis zu 1,6 Tonnen schwer sein.

Das Teleskop hatte von 1990 an den gesamten Himmel systematisch nach Röntgenstrahlen-Quellen abgesucht und aus 580 Kilometern Höhe wertvolle Daten geliefert. Forscher konnten Galaxien, Sterne, Kometen, Mond oder Planeten beobachten, bis Rosat - ein Projekt von Deutschland, USA und Großbritannien - nach Schäden am Satelliten Anfang Februar 1999 aufgegeben wurde.

DLR-Internetseite zu Rosat