Schwerin (dpa) - SPD und CDU in Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Koalitionsverhandlungen abgeschlossen und damit die Grundlage für weitere fünf Jahre Rot-Schwarz gelegt.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) nannte den Vertrag am Mittwoch eine «vernünftige und gute Vereinbarung». Die stellvertretende CDU-Landesvorsitzende, Justizministerin Uta-Maria Kuder, wertete den innerhalb von drei Wochen ausgehandelten Vertrag ebenfalls positiv: «Wir haben wichtige Punkte erreicht und manche verhindert, die wir verhindern wollten.» SPD und CDU regieren seit 2006 gemeinsam in Schwerin.

Bei der Wahl Anfang September hatte die SPD als Sieger mit 35,6 Prozent klar an Stimmen gewonnen (2010: 30,2), der Juniorpartner CDU hatte mit 23,0 Prozent dagegen deutlich verloren (2010: 28,8).

Der Koalitionsvertrag soll an diesem Donnerstag veröffentlicht werden. Am Samstag stimmen Parteitage von SPD und CDU über den Arbeitsplan für die kommenden fünf Jahre ab. Die Zustimmung gilt ebenso als sicher wie die zweite Amtszeit Sellerings. Der 62-Jährige wird sich am kommenden Dienstag im Landtag zur Wiederwahl stellen. Zuvor soll am Montag die Fortführung der schwarz-roten Koalition offiziell besiegelt werden. SPD und CDU verfügen mit 45 von 71 Sitzen über eine komfortable Mehrheit im Landtag.

Der Koalitionsvertrag sieht unter anderem vor, dass das Land Aufträge nur noch an Firmen vergibt, die einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro zahlen. Die Elternbeiträge für Kinderkrippen sollen um 100 Euro im Monat sinken. SPD und CDU wollen am strikten Sparkurs der vergangenen Jahre festhalten und ohne neue Schulden auskommen. Zugleich wollen sie den Kommunen 50 Millionen Euro zahlen, damit diese ihre Eigenanteile für dringende Investitionen aufbringen können. Das Land will sich weiterhin für ein NPD-Verbot einsetzen.

Wer künftig als Minister am Kabinettstisch sitzt, blieb zunächst offen. Als sicher gilt, dass die CDU eines ihrer bislang vier Ressorts an die SPD abtritt.