Hamburg (dpa) - Der Tarifkonflikt beim Flugzeugbauer Airbus ist beendet. Das Unternehmen und der Arbeitgeberverband Nordmetall sowie die Gewerkschaft IG Metall Küste und der Gesamtbetriebsrat haben sich am Mittwoch nach über eineinhalb Jahren geeinigt und gemeinsam ein Eckpunktepapier unterzeichnet.

Damit sollen Standorte und Arbeitsplätze bis Ende 2020 gesichert werden. «Diese Einigung ist ein positives Signal für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Airbus in Deutschland», sagte Günter Butschek, Chef von Airbus Deutschland.

Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite bekannten sich nach eigenen Angaben mit der Einigung zu einer «neuen Kultur der Zusammenarbeit». «Gemeinsam wollen wie die Zukunft des Unternehmens gestalten», sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Johann Dahnken. «Das ist ein Kompromiss, der zukunftsfähig ist», sagte auch Butschek.

Der neue Tarifvertrag soll bis Ende des Jahres unterzeichnet werden und eine Laufzeit bis Ende 2020 haben. Bis dahin sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und die deutschen Standorte gesichert. 2016 kann das Unternehmen den Vertrag mit einer Revisionsklausel kündigen.

In Deutschland arbeiten bei Airbus rund 16 500 Beschäftigte an den Standorten Hamburg, Bremen, Buxtehude und Stade. «Das ist ein wichtiges Signal an die gesamte Flugzeugindustrie im Norden», sagte Peter Schlaffke von Nordmetall.

Die Kündigung des bisherigen Tarifvertrages «Siduflex» (Sicherheit durch Flexibilität) durch die Arbeitnehmerseite wurde zurückgenommen, er soll verlängert und optimiert werden. Für Auszubildende will Airbus mit dem neuen Vertrag eine unbefristete Übernahmegarantie geben, die Leiharbeitsquote soll zudem bei maximal 20 Prozent liegen.

Beide Parteien einigten sich auf eine jährliche Produktivitätssteigerung, die nach Angaben von Airbus «deutlich über den bisherigen jährlichen Planungszielen» liegt. Das war in den Verhandlungen zuvor einer der größten Streitpunkte gewesen. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden. Der Vertrag soll darüber hinaus eine stärkere Mitsprache der Arbeitnehmerseite bei Fremdvergabe regeln.