Erbil (dpa) - In Vergeltung für einen blutigen Angriff kurdischer Kämpfer auf türkische Sicherheitskräfte hat die türkische Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch Ziele im irakischen Kurdengebiet bombardiert.

Die irakische Nachrichtenagentur AK News berichtete, vier türkische Kampfflugzeuge hätten eine Ortschaft in der nordirakischen Provinz Erbil angegriffen. Der türkische Sender NTV meldete, die Flugzeuge seien von einem Fliegerhorst in der Provinz Biyarbarkir aufgestiegen.

Die der kurdischen PKK nahestehende Nachrichtenagentur Firat berichtete zudem, nach der PKK-Attacke in der Türkei hätten türkische Soldaten einer Kommandoeinheit an zwei Orten die Grenze zum Irak überquert. Einzelheiten zu diesem Einsatz wurden zunächst nicht bekannt.

Bei den PKK-Angriffen waren nach neuen Angaben 26 türkische Soldaten und Polizisten getötet worden. Es war einer der schwersten PKK-Angriffe seit Jahren. PKK-Kämpfer griffen eine Militärunterkunft in Cukurca an, wie die Nachrichtenagentur «Dogan Haber» berichtete. In dem etwa 30 Minuten dauernden Feuergefecht wurden auch 18 Soldaten verwundet, hieß es in einem Bericht des Nachrichtensenders «NTV». Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte wegen des Angriffs einen geplanten Besuch in Kasachstan ab.

Die als terroristisch eingestufte PKK kämpft seit vielen Jahren für die Unabhängigkeit der von Kurden bewohnten Gebiete der Türkei.