Washington (dpa) - Mit Wortgefechten und persönlichen Angriffen untereinander haben die Kandidaten der US-Republikaner die härtere Phase im Vorwahlkampf ums Weiße Haus eingeläutet.

Vor allem der Favorit für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat, Mitt Romney, geriet in einer TV-Debatte am Dienstag (Ortszeit) mächtig ins Kreuzfeuer.

Gut zwei Monate vor der ersten Vorwahl versuchten Romneys sechs Kontrahenten bei der Diskussionsrunde in Las Vegas (Nevada), seine politischen Positionen als zu links für die Partei zu brandmarken. Der texanische Gouverneur Rick Perry bezichtigte den Anführer fast aller Umfragen in einem erbitterten Schlagabtausch gar der Lüge.

Romney habe mehr als ein Jahr lang wissentlich Einwanderer ohne Aufenthaltserlaubnis als Gartenarbeiter beschäftigt. «Mitt, von meiner Perspektive aus verlierst Du Dein gesamtes Ansehen, weil Du Illegale in Deinem Haus eingestellt hast», sagte ein aggressiver Perry seinem Widersacher ins Gesicht. «Es ist Zeit für Dich, die Wahrheit zu sagen.»

Perry bezog sich auf Vorwürfe, die im vergangenen Vorwahlkampf vor vier Jahren nach einem Bericht der Zeitung «Boston Globe» aufgekommen waren, als sich Romney erstmals um die republikanische Kandidatur beworben hatte.

Romney kanzelte die persönliche Attacke als Verzweiflungstat von Perry ab. Dessen Umfragewerte waren in den vergangenen Wochen stark gesunken - von der Führung des Bewerberfeldes stürzte er auf den dritten Platz ab. Er könne verstehen, dass Perry nun «gereizt» sei, sagte Romney - und war dabei selbst sichtlich aufgebracht.

Der 64-jährige Romney räumte aber ein, einst eine Firma zum Rasenmähen auf dem Grundstück seines Hauses beauftragt zu haben, die illegale Einwanderer beschäftigte. Als er davon erfahren habe, seien sie entlassen worden. Da die Firma später erneut Arbeiter ohne Papiere beschäftigte, habe er den Auftrag ganz gekündigt.