Bad Salzuflen/Köln (dpa) - Ein 13-jähriges Mädchen ist im lippischen Bad Salzuflen an den Folgen von Masern gestorben. Natalie aus Nordrhein-Westfalen hat sich Medizinern zufolge bereits vor zwölf Jahren angesteckt.

Sie litt nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (Köln) vom Donnerstag an einer chronischen Masern-Gehirnentzündung (SSPE). Diese kann als Spätfolge einer Masern-Erkrankung auftreten und ist unheilbar.

«Einziger Schutz ist die vorbeugende Impfung», sagte Martin Terhardt vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Er ist auch Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI), die die in Deutschland maßgeblichen Impfempfehlungen ausspricht.

Gehirnentzündungen sind eine gefürchtete Folge der Masern. Besonders gefährlich ist die SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis), die Jahre nach einer Infektion auftreten kann.

«Natalie hat sich 1999 in einer Kinderarztpraxis angesteckt. Dort war auch ein Junge mit unklaren Symptomen, dessen Eltern eine Masern-Impfung abgelehnt hatten», sagte Terhardt. Der ältere Junge habe damals sechs Kinder angesteckt, darunter drei Säuglinge. «Wenn der Junge geimpft gewesen wäre, würde Natalie heute noch leben.»

«Bei zweien dieser Kinder wurde später eine SSPE-Erkrankung diagnostiziert», sagte Terhardt. Bei dem zweiten Fall sei die Erkrankung bislang weniger schlimm. «Allerdings verläuft die Krankheit in Schüben und am Ende steht immer der Tod.»

Es handelt sich nach Angaben des Verbandes um den zweiten Masern-Todesfall, der dieses Jahr in Deutschland bekannt wurde. Ende März war demnach ein 23-jähriger Weilheimer in einer Münchener Klinik gestorben. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sterben in Deutschland jährlich ein bis zwei Menschen an den Folgen der Masern.