Hamburg (dpa) - Die Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) hat die neuen EU-Fangquoten für Lachs und Scholle in der Ostsee als überhöht kritisiert.

«Insbesondere die Fangmenge für Ostseelachs zeigt, dass die Minister immer noch kurzfristigen Interessen folgen, statt die Erholung der Fischbestände zu ermöglichen», erklärte die Fischereiexpertin des WWF, Karoline Schacht. Die EU-Fischereiminister hatten am Freitag in Brüssel beschlossen, die erlaubte Fangmenge für Lachs um bis zu 51 Prozent zu kürzen. Die EU-Kommission hatte eine Kürzung um fast 80 Prozent gefordert.

Für die Scholle verlangte die Kommission eine Reduzierung der Quote um 25 Prozent, die Minister einigten sich auf ein Minus von fünf Prozent. Damit hätten sie den berechtigten Vorsorgeansatz der Kommission ignoriert, monierte die WWF-Expertin. Die Kommission hatte ihren Vorschlag mit mangelnden Daten über die Größe der Bestände begründet. Schacht unterstützte diesen Ansatz: «Wenn nicht genug Daten über Fischbestände vorliegen, muss man vom Schlimmsten ausgehen.» Die Regierungen in Berlin und Kopenhagen hatten dies dagegen kritisch gesehen.

Auch mit der deutlichen Erhöhung der Fischereiquote für den Hering in der westlichen Ostsee um 32 Prozent ist der WWF nicht einverstanden. «Dies könnte sich als Bumerang für die deutsche Fischerei erweisen, falls nicht im Gegenzug der Nordseehering im selben Maße geschont wird», meinte Schacht. Allerdings will die EU die Fangmengen für Hering in der westlichen Ostsee und den angrenzenden Nordseegebieten (Kattegat und Skagerrak) gleich verteilen.