Sinsheim (dpa) - Vedad Ibisevic ist wieder da! Der lange verletzte Torjäger von 1899 Hoffenheim erzielte beim 1:0 (0:0) der Nordbadener gegen Borussia Mönchengladbach in der 56. Minute das Tor des Tages.

Der bosnische -Nationalspieler beendet nach 331 torlosen Zeigerumdrehungen auch die Flaute seines Teams in der Fußball-Bundesliga. Die Gladbacher Mannschaft von Trainer Lucien Favre bleibt nach dem Rückschlag vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena fünf Punkte hinter dem FC Bayern München, der am Sonntag seine Spitzenposition in Hannover ausbauen kann.

Hoffenheims Coach Holger Stanislawski besetzte nach dem Ausfall von U 21-Nationalspieler Sebastian Rudy das defensive Mittelfeld mit den beiden überzeugenden US-Boys Daniel Williams und Fabian Johnson und baute im Angriff anstelle von Chinedu Obasi auf Ibisevic. Der 27-Jährige, der wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel fast drei Monate fehlte und in Stuttgart zuletzt nur eine knappe halbe Stunde spielte, spielte erstmals in dieser Saison von Anfang an - und machte mächtig Wirbel. Gleich dreimal tauchte er im ersten Durchgang gefährlich vor Marc-André te Stegen auf, schloss aber zu ungenau ab.

Ryan Babel hatte nach einer guten Viertelstunde die erste dicke Chance für die überlegenen Gastgeber vergeben. «Die Jungs sind zu verspielt», hatte Stanislawski vor der Partie geklagt. Dieses Mal suchten sie wenigstens konsequenter den Abschluss.

Die Gladbacher - ohne Igor de Camargo und Raúl Bobadilla - setzten auf ihr Konterspiel - und auf Marco Reuss. Der umworbene Nationalspieler, bis dato an sechs der elf Saisontore der Borussia beteiligt, lief sich aber immer wieder fest an der gut postierten 1899-Abwehr. So blieb Torhüter Daniel Haas, der den verletzten Tom Starke ersetzte, zunächst weitgehend arbeitslos.

Nach dem Wiederanpfiff übernahm Hoffenheim das Kommando, auch wenn Patrick Hermann für eine Schrecksekunde der Nordbadener sorgte, als er frei vor Haas nicht abgezockt genug reagierte. Ibisevic bekamen die Gladbacher einfach nicht in den Griff: Als Johnson gegen die aufgerückte Hintermannschaft beim Schuss wegrutschte, war der Angreifer zur Stelle und stocherte den Ball ins Netz zum 1:0. Die Borussia hatte vor allem spielerisch wenig entgegenzusetzen. So blieb es bei den mageren zwei Auswärtstoren in dieser Spielzeit, so wenig wie kein anderes Team.