Dortmund (dpa) - Meister Borussia Dortmund hat eine beeindruckende Antwort auf das Gerede von einer drohenden Krise gegeben. Drei Tage nach dem unwürdigen 1:3 bei Olympiakos Piräus in der Champions League spielte das Team von Trainer Jürgen Klopp beim 5:0 (3:0) über den 1. FC Köln groß auf.

Tore von Shinji Kagawa (7.), Marcel Schmelzer (25.), Robert Lewandowski (44./50.) und Sebastian Kehl (66.) sorgten für den vierten Meisterschaftserfolg in Serie und den Sprung auf Rang zwei.

Abwehrspieler Schmelzer, dem beim sehenswerten Kantersieg vor 80 720 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park sein erstes Bundesliga-Tor gelang, empfand Genugtuung: «Wir wollten eine Reaktion zeigen und beweisen, dass wir keine Versager sind, sondern Menschen, die einen schlechten Tag haben können.» Und auch Klopp wirkte sichtlich erleichtert. «Wer den Charakter dieser Mannschaft infrage gestellt hat, hat nicht alle Latten auf dem Zaun», kommentierte der Fußball-Lehrer mit Verweis auf die harsche Kritik für sein Team nach dem Match in Piräus.

Dagegen wurde der Höhenflug der diesmal desolaten Kölner abrupt gebremst. Bei der Suche nach Gründen für die deutliche Niederlage verzichtete Trainer Stale Solbakken auf den Hinweis, dass seinem Team zahlreiche Leistungsträger fehlten: «Laut Statistik haben wir 55 Prozent aller Zweikämpfe gewonnen. Das muss ein Fehler sein. Wenn man kurz vor der Pause bereits sein drittes Tor kassiert, weiß man, dass es eine lange zweite Halbzeit wird.»

Anders als nach der Niederlage in Marseille hatte BVB-Coach Klopp im Anschluss an die Pleite von Athen auf eine umfangreiche Rotation verzichtet. Für den gesperrten Ivan Perisic rückte Kevin Großkreutz in die Startelf, Kehl ersetzte den zuletzt schwachen Ilkay Gündogan. Die frühe Führung durch Kagawa nahm der Borussia die Sorge, dass die wiederholte Schlappe auf europäischer Bühne negative Auswirkungen auf den Ligaalltag haben könnte. Mit hohem Tempo und viel Spielwitz setzte sie die schwachen Kölner weiter mächtig unter Druck.

Nur 18 Minuten nach dem 0:1 war die löchrige FC-Abwehr erneut ausgespielt. Außenverteidiger Schmelzer traf mit einem platzierten Schuss aus 14 Metern zum hochverdienten 2:0. Allerdings hatte der Titelverteidiger dabei leichtes Spiel. Anders als bei den Siegen in Leverkusen und Hamburg enttäuschte der personell arg gebeutelte FC auf ganzer Linie. Immer wieder taten sich bedenkliche Lücken auf. Folgerichtig baute der BVB die Führung noch vor der Pause aus: Nach schöner Kombination erzielte Lewandowski aus kurzer Distanz seinen sechsten Saisontreffer.

Der Torhunger des Meisters war damit noch lange nicht gestillt. Auch nach dem Wiederanpfiff ging die Demontage der Gäste weiter. Beim 4:0 von Lewandoski wirkten die Kölner Abwehrspieler wie Statisten. Im Gefühl des sicheren Sieges konnte es sich BVB-Trainer Klopp mit Blick auf das DFB-Pokalspiel am Dienstag gegen Dynamo Dresden sogar leisten, Leistungsträger wie Götze (46.) und Sven Bender (57.) früh auszuwechseln. Dem Spielfluss tat das keinen Abbruch: Selbst dem ansonsten nicht für seine Abschlussstärke bekannten Kehl gelang ein Treffer per Kopf. Dagegen erspielten sich die desolaten Gäste nur eine einzige Möglichkeit durch Podolski (86.).