Berlin/Schönefeld (dpa) - Der künftige Hauptstadtflughafen in Schönefeld wird ganz allmählich zum Magneten für Handel und Gewerbe. Bislang profitiert nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa vor allem Brandenburg.

Aber ob sich die hohen Erwartungen an den Jobmotor für 40 000 neue Stellen erfüllen, ist unklar. Die Neuansiedlungen um den Flughafen sind überschaubar. Betreiber und Wirtschaft erwarten aber, dass der Standort Fahrt aufnimmt, sobald Berlin Brandenburg Willy Brandt in Betrieb ist.

Hauptprofiteur ist derzeit die Gemeinde Schönefeld. Dort gibt es 1600 Unternehmen, die bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mitglied sind - 30 Prozent mehr als 2007. Bürgermeister Udo Haase sagte: «Wenn der Flughafen läuft, geht es richtig zur Sache.» Die Gemeinde erwarte, dass sich ihre Einwohnerzahl von derzeit 14 000 auf mehr als 30 000 erhöhe. Denn mit den Betrieben ließen sich auch deren Mitarbeiter samt Familien in Flughafennähe nieder - darauf hoffen auch Städte wie Königs Wusterhausen.

Die Fördergesellschaften Berlin Partner und Zukunftsagentur Brandenburg zählten im vergangenen Jahr 93 Ansiedlungs- und Erweiterungsprojekte im Umfeld des Flughafens, die 4100 Arbeitsplätze brächten.

Auf dem Flughafen werden nach Angaben der Betreiber zum Start am 3. Juni 2012 etwa 20 000 Menschen beschäftigt sein. Berlin und Brandenburg erwarten, dass künftig 73 000 Arbeitsplätze in und um Schönefeld von dem neuen Airport abhängen - 40 000 mehr als von den alten Flughäfen in Tegel und Schönefeld. Dort arbeiten laut Betreiber insgesamt 17 800 Menschen. Hinzu kämen 15 000 in der Umgebung. Flughafen-Kritiker aus dem Umland glauben jedoch nicht, dass in Schönefeld ein Jobmotor anspringt.