München (dpa) - Das Ringen Leo Kirchs um milliardenschweren Schadenersatz von der Deutschen Bank geht auch nach dem Tod des einstigen Medienzars weiter.

Vor dem Münchner Oberlandesgericht wird an diesem Dienstag (25. Oktober/11.00) das Zivilverfahren fortgesetzt und wieder wird die Zeugenbank mit prominenten Namen gefüllt sein. Seit Jahren führt die Kirch-Seite Prozesse durch alle Instanzen.

Die Richter am OLG mühen sich seit sechs Verhandlungstagen darum, Licht in die Geschehnisse rund um die Milliardenpleite des Kirch-Konzerns im Jahr 2002 zu bringen. Für Kirch war die Sache stets klar: Die Deutsche Bank und ihr damaliger Chef Rolf Breuer haben den Zusammenbruch seines Lebenswerks mitverursacht, um anschließend am Verkauf und Umbau von Teilen des Medienimperiums mitzuverdienen.

Aufschluss über die Abläufe erhofft sich der Senat auch von anderen Bankern und will am Dienstag nochmals Breuer selbst hören und den damaligen Chef der HypoVereinsbank, Albrecht Schmidt (14.00), befragen. Am Mittwoch (26. Oktober/14.00) stehen der frühere Vorstand der Commerzbank Wolfgang Hartmann und der frühere HypoVereinsbank-Vorstand Stefan Jentzsch auf der Zeugenliste.

Am Donnerstag (27.Oktober/10.00) sollen der damalige Chef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller und der früherer Vorstandschef der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz vernommen werden. Damit wird die ohnehin illustre Zeugenliste in diesem Prozess erneut länger.

Zu Beginn hatte neben Breuer auch Kirch selbst ausgesagt - es war der letzte öffentliche Auftritt des bereits schwer kranken Unternehmers. Aussagen musste unter anderem auch die Spitze der Deutschen Bank mit Bankchef Josef Ackermann, Aufsichtsratschef Clemens Börsig oder Deutschland-Chef Jürgen Fitschen.

Auch der damalige Chef des Medienkonzerns Bertelsmann, Thomas Middelhoff, sagte bereits auf. Zunächst für 14. November steht die Verlegerin Friede Springer auf der Zeugenliste des Gerichts. Nicht aussagen wird hingegen Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), der von seinem Verweigerungsrecht Gebrauch macht.