Sölden (dpa) - Viktoria Rebensburg strahlte trotz Mini-Rückstands auf Siegerin Lindsey Vonn, Maria Höfl-Riesch musste sich nach einem völlig verkorksten Saison-Auftakt mühevoll ein Lächeln abringen.

Frustriert und enttäuscht über Platz 24 im Riesenslalom stürmte die Gesamtweltcupsiegerin Höfl-Riesch aus dem Zielbereich am Rettenbachferner, noch bevor sich ihre Kontrahentinnen bei der Siegerehrung feiern ließen. Vorjahresgewinnerin Rebensburg fehlte nur ein Wimpernschlag auf Vonn, um zum vierten Mal in ihrer Karriere das oberste Weltcup-Treppchen zu erklimmen. «Natürlich bin ich zufrieden. Im ersten Moment ärgert man sich zwar über die vier Hundertstel, aber Hut ab vor der Leistung von Lindsey», sagte sie in Sölden.

«Allergrößten Respekt» zollte die 22 Jahre alte Olympiasiegerin ihrer amerikanischen Bezwingerin, die erst als fünfte Athletin der alpinen Geschichte in allen fünf Disziplinen einen Sieg erringen konnte. «Ich kann es nicht glauben. Endlich einen Riesenslalom zu gewinnen, ist mehr als ich mir jemals erhofft habe», sagte die dreimalige Gewinnerin der Großen Kristallkugel. Mit der rechten Hand auf dem Herz genoss sie die US-Nationalhymne vor dem malerischen Gletscherpanorama in Tirol.

Vonn schob sich von Rang vier nach dem ersten Durchgang nach vorne und kam so ihrer Dauerrivalin und früheren engen Ski-Freundin Höfl-Riesch zuvor, der weiterhin ein Coup im Riesenslalom fehlt. «Natürlich ist man enttäuscht, wenn es nicht nach Wunsch läuft, das ist ganz normal», meinte die Partenkirchenerin, die nach einem mäßigen ersten Lauf auf Rang zwölf im Finale zwei grobe Patzer zeigte. «Es ist ein erster Gradmesser, aber es ist nicht total richtungsweisend, es gab schon Siegerinnen in Sölden, die dann das ganze Jahr nicht mehr auf dem Podest gestanden haben.»

Das dürfte Vonn nach ihrem 42. Weltcup-Sieg jedoch kaum passieren. Auf den Ski von Landsmann und Riesenslalom-Weltmeister Ted Ligety holte sie mit einem Husarenritt im unteren Streckenabschnitt noch acht Zehntel auf Rebensburg auf. «That's my downhill» («Das ist meine Abfahrt»), habe Vonn scherzhaft über das Schlussgleitstück zu ihr gesagt, berichtete Rebensburg nach dem Rennen.

Auch die Nachwuchsathletinnen des Deutschen Skiverbands (DSV) durften wie die Verteidigerin der Disziplin-Wertung mit ihrem Winter-Auftakt zufrieden sein. Als 13. fuhr Lena Dürr (20) zum dritten Mal unter die Top 15, Barbara Wirth (22) feierte auf Rang 18 das beste Resultat ihrer Karriere. Simona Hösl (19) verpasste bei ihrem zweiten Weltcup-Rennen als 33. knapp den Finallauf. Veronique Hronek (20) stürzte im ersten Lauf und schied aus.