Dallas (dpa) - Noch genießt Dirk Nowitzki in Dallas seine ungewohnte Freizeit und drückt als Baseball-Fan seinen Texas Rangers in der World Series die Daumen. Sollte jedoch im NBA-Arbeitskampf weiter keine Lösung gefunden werden, wird ein Wechsel des Superstars nach Europa immer wahrscheinlicher.

«Wenn der Lockout noch lange andauert, muss ich mir definitiv im Januar, Februar etwas dort suchen», sagte Nowitzki auf einer Pressekonferenz beim dritten Finalspiel der MLB World Series zwischen den Rangers und den St. Louis Cardinals. Der Star der Dallas Mavericks hatte vor der Partie unter dem Jubel der 51 462 Zuschauer im Rangers Ballpark den obligatorischen ersten Ball («First Pitch») geworfen.

Aufgrund des andauernden Tarifstreits zwischen den Clubeignern und der Spielervereinigung NBPA plane er in den kommenden Wochen zurück nach Deutschland zu fliegen und dort das Training mit seinem Mentor und Privatcoach Holger Geschwindner wieder aufzunehmen, betonte Nowitzki. «Es wird einfach Zeit, dass ich zurück in meine Routine komme», sagte der 33-Jährige.

Nowitzki zeigte sich enttäuscht davon, dass selbst das Einschalten des erfahrenen staatlichen Vermittlers George Cohen in dieser Woche keinen Fortschritt in die festgefahrenen Verhandlungsgespräche zwischen den Eignern und den Profis gebracht hat. «Wir hatten alle gehofft, dass mit ihm etwas passieren würde. Dass die Gespräche abgebrochen wurden, ist sehr bedauerlich. Hoffentlich bekommen wir bald etwas hin, aber es sieht nicht gut aus.»

In der Vergangenheit hatte Nowitzki einen Wechsel in die Basketball-Bundesliga ausgeschlossen. Mit ALBA Berlin, Aufsteiger Bayern München und Meister Brose Baskets Bamberg gibt es in Deutschland drei Teams, die öffentlich Interesse an einer Verpflichtung des NBA-Champions bekundet hatten.