Nürnberg (dpa) - Trotz der täglichen Hiobsbotschaften verbessert sich das Konsumklima in Deutschland - zugleich warnen Experten wegen der schlechter werdenden Konjunkturaussichten aber vor einem Umkippen der Verbraucherstimmung.

Die anhaltenden Diskussionen über die Euro-Schuldenkrise und eine drohende Insolvenz Griechenlands verunsicherten die Bevölkerung, erklärte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg. Mit Blick auf ihre persönliche Lage seien die Bürger jedoch derzeit durchaus positiv gestimmt.

«Aufgrund der nach wie vor sehr guten Rahmenbedingungen in Deutschland - der Arbeitsmarkt, die niedrige Arbeitslosigkeit und auch die Einkommensentwicklung - zeigen sich vor allem die Einkommenserwartung und die Anschaffungsneigung überaus stabil und können sogar leicht zulegen», erläuterte GfK-Experte Rolf Bürkl die Ergebnisse der aktuellen Konsumklima-Erhebung.

«Auf der anderen Seite zeigt sich jedoch auch eine zunehmende Verunsicherung, vor allem aufgrund der Schuldenkrise und der Gipfel-Aktivitäten, die bislang noch nicht zu einem Ergebnis geführt haben.»

Viele Bürger hätten derzeit den Eindruck, dass die Entscheidungsträger nicht in der Lage seien, «das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und wirklich nachhaltig einen Plan oder Maßnahmenkatalog auf den Weg zu bringen, um diese Schuldenkrise zu bändigen und vor allem eine Ansteckungsgefahr für andere Länder zu verhindern», sagte Bürkl der Nachrichtenagentur dpa. Spätestens, wenn der Konjunkturabschwung auf den Arbeitsmarkt durchschlage, werde sich dies negativ auf das Konsumklima auswirken.

Doch zunächst einmal ist die Prognose für den November-Index leicht um 0,1 Punkte auf 5,3 Punkte gestiegen. «Mit dieser Entwicklung festigt die Binnenkonjunktur ihren Ruf als wichtige Säule der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland», erklärte die GfK. Dies sei umso wichtiger, als die Exporte in den nächsten Monaten zurückgehen dürften.

Die rund 2000 Befragten hatten ihre Einkommensaussichten im Oktober etwas positiver bewertet als im Vormonat - wegen der voraussichtlich auch 2012 noch guten Arbeitsmarktlage spürten sie weniger Angst vor einem Jobverlust und hofften zugleich auf höhere Löhne. Hinzu kam die Erwartung, dass sich die Inflation etwas abschwächen wird.