Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Aktienindizes haben am Mittwoch mit Kursgewinnen den Ergebnissen des Euro-Krisengipfels entgegen gefiebert.

Vor dem Treffen der europäischen Regierungschefs und nach der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Euro-Rettungsfonds stand der Dax mit 0,55 Prozent im Plus bei 6080 Punkten. Der MDax stieg um 0,24 Prozent auf 9087 Punkte und der TecDax gewann 0,83 Prozent auf 707 Punkte. Händlern zufolge warten die Anleger gespannt auf einen «Masterplan» für Europa.

Händler Andreas Lipkow vom Wertpapierhandelshaus MWB Fairtrade lobte die Rede von Merkel. Die Bundeskanzlerin habe die «politischen und sozialen Aspekte der Euro-Debatte» genau hervorgehoben. Zu kritisieren sei aber das «Zaudern und Zögern» der Vormonate, eine beherztere Gangart hätte früher den Druck von der Eurozone nehmen können.

Aktienhändlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets sagte: «Der Markt schwankt seit der jüngsten Konfusion durch das gestrichene Finanzministertreffen nun vor dem Gipfel nervös hin und her. Allerdings dürfte keine konkrete Lösung präsentiert werden, da noch keine zahlenmäßige Einigung gefunden wurde.»

Auf Unternehmensseite nimmt die Berichtssaison hierzulande weiter Fahrt auf. Im Dax kletterten Merck-Aktien nach einer «besser als erwartet» ausgefallenen Bilanz mit plus 6,75 Prozent auf 64,03 Euro an die Spitze. Ein Händler lobte die Zahlen, sah die Marge im Flüssigkristall-Geschäft allerdings etwas schwächer als angenommen.

Zudem will der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern die Schlagkraft von Forschung und Entwicklung erhöhen sowie Kosten sparen. MAN-Titel folgten mit plus 3,65 Prozent, nachdem der «Platow Brief» von einem brummenden Geschäft vor allem in Südamerika berichtete und der Börsenbrief von gut gefüllten Auftragsbüchern sprach. Ohnehin zählten Autowerte weiter zu den Favoriten, was Lipkow zuletzt mit dem wieder steigenden Optimismus für die Wirtschaft in China begründet hatte.

Krones-Papiere rutschten mit 5,48 Prozent auf 36,125 Euro ans MDax-Ende. Börsianer werteten die Zahlen als enttäuschend. Die Aktien von Celesio standen nach einer Prognosesenkung zunächst auch kräftig unter Druck, sie drehten dann aber mit zuletzt 1,28 Prozent ins Plus. Ein Händler sprach am Morgen von «einer weiteren Enttäuschung». Konzernchef Markus Pinger sprach dann aber im Verlauf der Telefonkonferenz von klar schwarzen im dritten Quartal und peilt diese auch im Gesamtjahr weiterhin an.