Rom (dpa) - Der scheidende italienische Notenbankchef und künftige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB,) Mario Draghi, hat Italien zum schnellen Handeln in der Schuldenkrise ermahnt.

«Ich beende mein Mandat in einer Situation, die dramatisch und konfus ist auf nationaler, internationaler, politischer und wirtschaftlicher Ebene». Das erklärte Draghi, der ab November der EZB vorsteht. Angesichts des Risikos einer deutlichen Konjunkturabkühlung in der Euro-Zone, müsse Italien handeln.

Der Brief an Brüssel mit den Reformplänen der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi sei ein wichtiger Schritt, sagte Draghi. «Jetzt ist jedoch geboten, die Reformpläne in die Tat umzusetzen - rapide und konkret.»

Berlusconi war beim EU-Gipfel am Wochenende vom Euro-Duo Merkel-Sarkozy in die Ecke gestellt worden. Die Bundeskanzlerin und der französische Staatspräsident hatten ihm unmissverständlich klar gemacht, dass er zum Rettungsschirm-Gipfel am Mittwoch klare Perspektiven zu Wachstum und Sanierung des Landes vorlegen müsse.

Berlusconi hatte sich am Dienstagabend in letzter Minute mit seinem kippelnden Koalitionspartner Lega Nord auf Maßnahmen geeinigt.