Brüssel (dpa) - Führende Banken in Europa müssen sich in der Schuldenkrise besser gegen Risiken wappnen und ihr Kapital aufstocken. Das sagte Polens Premier Donald Tusk, der amtierende EU-Ratspräsident, nach der erste Runde der Krisengipfel in Brüssel. Dafür haben sie Zeit bis zum 30. Juni 2012.

Sie müssen dann Kernkapital von neun Prozent vorhalten, um den Ausfall von Anleihen aus Euro-Problemländern abfedern zu können, wie die 27 EU-Staaten beschlossen.

Die Europäische Bankenaufsicht EBA schätzt den Kapitalbedarf der Banken auf rund 100 Milliarden Euro, in dem Beschluss wird keine Zahl genannt.

Der polnische Finanzminister Jacek Rostowski sagte: «Betroffen sind die Banken, die sich an den europäischen Stresstests beteiligt haben. Sie müssen jetzt beginnen, Kapitalpuffer einzurichten.» Die Re-Kapitalisierung könnte sich zumeist aus privaten Quellen speisen.

An dem Stresstest im Frühjahr hatten 91 Banken teilgenommen. Die Ergebnisse wurden im Juli öffentlich.

Die EU will, dass die Großbanken «im Hinblick auf die Auszahlung von Dividenden und Boni Beschränkungen unterliegen, bis dieses Ziel erreicht worden ist».

Die Institute sollen Risiken in ihren Büchern abbauen und mehr Gewinne zurücklegen. «Es gibt große Übereinstimmung, dass eine höhere Quote beim harten Kernkapital von neun Prozent nötig ist (...), um einen Puffer zu bilden«, heißt es in der vorbereiteten Gipfelerklärung zu diesem Punkt. Schuldtitel sollen nach dem Marktwert vom 30. September bewertet werden.