Die Zeit drängt. Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou forderte die Staaten der Eurozone vor dem Gipfel zum Handeln auf. «Gemeinsam müssen wir Entscheidungen treffen, um die Ungewissheit und die Krise zu beenden.» Belgiens Premier Yves Leterme sagte: «Ich gehen davon aus, dass wir eine grundsätzliche Lösung für Griechenland finden.»

Um die Banken fit zu machen für einen Schuldenschnitt Griechenlands und für die zu erwartenden Ausfälle von Staatsanleihen in ihren Büchern, sollen sie ihr Kapital aufstocken. Der EU-Gipfel will den Geldhäusern dafür eine Frist bis zum 30. Juni 2012 setzen, wie aus dem Entwurf für die Abschlusserklärung hervorgeht. Bis dahin müssen die Banken ihre harte Kernkapitalquote auf neun Prozent anheben.

Die Europäische Bankenaufsicht EBA schätzt den Kapitalbedarf der Banken auf rund 100 Milliarden Euro, in der Abschlusserklärung wird keine Zahl genannt. In dieser Zeit sollen sie die Auszahlung von Dividenden und Boni begrenzen. Deutsche Kreditinstitute brauchen nach Einschätzung von Finanzkreisen kein frisches Geld vom Staat.

Der Gipfel begann in der Runde aller 27 Staats- und Regierungschefs. Später wollten die 17 «Chefs» der Euroländer über Auswege aus der Schuldenkrise beraten.

Aber nicht nur die Banken stehen unter Druck, auch verschuldete Euro-Länder wie Italien werden mit Kritik überhäuft. Auf dem Gipfel verlangten die EU-Partner von dem politisch schwer angeschlagenen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, endlich konkrete Pläne für Reformen und den Schuldenabbau zu präsentieren.

Zuvor hatte Berlusconi versucht, dem Koalitionspartner Lega Nord eine Rentenreform abzupressen. Angeblich soll Berlusconi resigniert haben: Nach unbestätigten italienischen Medienberichten will er binnen Wochen zurücktreten und den Weg für Neuwahlen 2012 freimachen.

In Brüssel sorgte ein Bericht der Athener Tageszeitung «Kathimerini» (Mittwochausgabe), dass Finanzminister Evangelos Venizelos eine Umtauschaktion für Anleihen plane, für Aufsehen. Die Banken sollen demnach einen Abschlag von 50 Prozent hinnehmen und dafür neue Papiere mit einer Laufzeit von 30 Jahren übernehmen. Das wollte das Ministerium in Athen auf Anfrage nicht bestätigen.