Brüssel (dpa) - Zur Lösung der Schuldenkrise wollen die Regierungen das Geld aus dem Euro-Krisenfonds EFSF mit Finanzmagie vermehren. Ein Kredithebel könnte die Wirkung des Rettungsschirms vervielfachen.

Dann würde der EFSF nicht mehr nur Kredite direkt vergeben, sondern Kredite anderer versichern. Im Ergebnis stünde mehr Geld bereit, allerdings wären auch die Risiken höher. Die Hebelwirkung war ein Thema beim EU-Gipfel am Mittwoch in Brüssel.

Wie funktioniert ein Hebel?

Das Prinzip ist aus der Physik bekannt: Ein Hebel verstärkt eine Kraft. An den Finanzmärkten steht die Hebelwirkung (englisch: «Leverage») für die Hoffnung, mit geringen eigenen Mitteln große Wirkung zu erzielen. So vervielfacht ein Kredithebel das eigene Geld mit Hilfe fremden Kapitals. Beim Krisenfonds EFSF sollen andere Investoren möglichst viel Geld für die Rettung von Krisenstaaten bereitstellen. Der Finanzkniff soll das Kreditvolumen des EFSF von 440 Milliarden Euro «hebeln» - auf möglicherweise eine Billion Euro.

Warum ist Finanzmagie nötig?

Weil die Sorge besteht, dass der Rettungsschirm nicht genug Mittel hat, um die Schuldenkrise wirklich zu lösen. Der große Finanzbedarf Griechenlands sowie die Ansteckung anderer Länder wie Italien könnten das Volumen des EFSF letztlich übersteigen. Zudem gilt es als schwierig, die Bevölkerung in den Euro-Staaten von noch höheren staatlichen Garantien zu überzeugen.

Welche Vorteile bietet der Hebel in der Schuldenkrise?