Dem Vernehmen nach bieten die Institute bei einem Schuldenschnitt einen Forderungsverzicht von 40 Prozent auf den Nennwert der Anleihen. Zudem beharren die Banken auf hohen Absicherungen neuer Staatsanleihen für Athen. Die Euro-Staaten verlangen einen Schuldenschnitt von «mindestens 50 Prozent». Diskutiert wird auch über einen Abschlag von 60 Prozent.

Sollte es für das wirtschaftliche Überleben Griechenlands nötig sein, Banken besser gegen Risiken der Schuldenkrise abzusichern, werden die Eurostaaten dafür den Rahmen abstecken und notfalls zwangsweise mit Kapital bei den Banken einsteigen.

Vom Ausmaß des Forderungsverzichts hängt der Umfang der öffentlichen Hilfen für das zweite Griechenland-Paket ab. Nach einem ersten Hilfspaket von 110 Milliarden Euro 2010 hatte ein Euro-Gipfel im Juli 2011 neue Hilfen im Umfang von 109 Milliarden Euro beschlossen. Mittlerweile ist klar, dass diese nicht mehr reichen.

Im Bundestag geht es nicht nur um eine starke Verhandlungsposition Merkels in Brüssel, sondern um die groben Grenzen der deutschen Möglichkeiten. Mit dem gemeinsamen Entschließungsantrag soll sichergestellt sein, dass der vereinbarte Garantierahmen Deutschlands von 211 Milliarden Euro für den Rettungsfonds eingehalten wird.

Für die Stärkung des EFSF liegen zwei Optionen auf dem Tisch: eine Teilabsicherung neuer Anleihen aus Risikoländern und ein Kreditsondertopf unter Einbeziehung des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Eine Variante sieht eine Teilabsicherung neuer Anleihen aus Risikoländern wie Spanien und Italien vor. Das funktioniert ähnlich wie eine Teilkaskoversicherung: Im Pleite-Fall bekommt der Geldgeber zumindest einen Teil garantiert zurück.

Die zweite Variante dreht sich um einen Kredit-Sondertopf des Internationalen Währungsfonds (IWF). Auch eine Kombination beider Varianten sei möglich, heißt es darin. Derzeit kann der Fonds maximal 440 Milliarden Euro Notkredite verleihen.