Berlin (dpa) - Die Underdogs von Holstein Kiel sorgen im DFB-Pokal weiter für Furore und haben erstmals seit 1979 wieder das Achtelfinale erreicht. Der Fußball-Viertligist setzte sich dank einer souveränen Leistung mit 2:0 (0:0) gegen den Vorjahresfinalisten MSV Duisburg durch.

Für Rot-Weiss Essen ist der Traum vom Cup hingegen geplatzt. Der Revierclub verlor trotz großer Moral und hohen Einsatzes mit 0:3 (0:0) gegen Hertha BSC. Titelverteidiger FC Schalke 04 reichte beim 2:0 (0:0) beim Karlsruher SC eine mäßige Vorstellung für den erneuten Sprung in die Runde der besten 16. Im einzigen Bundesliga-Duell des Abends gewann der FSV Mainz 05 bei Hannover 96 mit 1:0 (0:0) nach einem Herzschlagfinale in der Verlängerung.

In Kiel brachte sich Duisburg mit einem schweren Patzer vor der nicht unverdienten Führung des Spitzenreiters aus der Regionalliga Nord um den Erfolg. MSV-Keeper Florian Fromlowitz prallte mit dem Ball gegen die Latte und ließ ihn fallen, Rafael Kazior (54. Minute) brauchte nur abzustauben. Nur fünf Minuten später sorgte Fiete Sykora für die Entscheidung und ließ die «Störche» wie bereits beim Erstrundencoup über Energie Cottbus jubeln.

An der Essener Hafenstraße musste sich die Hertha lange Zeit für den ersten Achtelfinaleinzug seit fünf Jahren mühen, setzte sich zum Schluss aber dennoch souverän durch. Adrian Ramos (64.), Pierre-Michel Lasogga (72.) und Nikita Rukavytsya (86.) trafen für die Berliner gegen einen nur zum Schluss überforderten Regionalligisten.

Erst dank zweier später Tore von Klaas Jan Huntelaar (81.) und Joel Matip (83.) verhinderten die Schalker eine Blamage beim abstiegsbedrohten Zweitligisten aus Karlsruhe. Damit feierte der Bundesliga-Dritte im sechsten Pflichtspiel unter Trainer Huub Stevens seinen fünften Sieg.

Während die Königsblauen ihre Chance auf drei Titel wahrten, rutschte der zweite deutsche Europa-League-Teilnehmer aus. Nach einer enttäuschenden Leistung verpasste Hannover zum fünften Mal in Serie das Achtelfinale. Ein Tor des eingewechselten Andreas Ivanschitz in der 94. Minute bescherte den Mainzern nach acht sieglosen Bundesliga-Partien das ersehnte Erfolgserlebnis. In der Verlängerung wurde FSV-Torwart Christian Wetklo zum Helden, als er in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Foulelfmeter von Didier Ya Konan parierte.

Am Dienstag hatten sich im FC Augsburg, Borussia Mönchengladbach, Hamburger SV, Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim bereits fünf Bundesligisten für das Achtelfinale qualifiziert. In der Runde der besten 16 stehen zudem der VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf und die SpVgg Greuther Fürth als Zweitligisten. Die nächsten Pokalpartien finden kurz vor der Winterpause am 20. und 21. Dezember statt, die Begegnungen werden am 30. Oktober im ZDF ausgelost. Im Achtelfinale erhalten die Clubs mindestens 562 000 Euro an TV-Geldern, die Einnahmen können sich bei einer Übertragung der Partie im frei empfangbaren Fernsehen auf maximal mehr als 900 000 Euro erhöhen.