Berlin (dpa) - Die vom Chaos Computer Club neu analysierte Trojanerversion ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums nicht vom Bundeskriminalamt (BKA) eingesetzt worden. Auch andere Behörden im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums hätten die Version nicht verwendet.

Dies erklärte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin. Dem Ministerium sind auch das Bundesamt für Verfassungsschutz und die Bundespolizei unterstellt. Dem Chaos Computer Club (CCC) war nach eigenen Angaben vom Donnerstag eine «noch fast fabrikneue Version» zugespielt worden. Eine Analyse des Programmcodes habe ergeben, dass die Spionage-Software weiterhin für rechtswidrige Aktionen eingesetzt werden könne, erklärte der CCC.

Vor zweieinhalb Wochen hatte der CCC eine erste Trojaner-Software zum Abhören von Computern angeprangert, die in Bayern eingesetzt wurde. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte den Einsatz verteidigt und erklärt, die Länder hätten die Grenzen dessen, was rechtlich zulässig sei, nicht überschritten.

Der CCC erklärte nun, der neue Trojaner entspreche «wie seine Vorgängervarianten in keiner Weise dem Stand der Technik». Er enthalte «weiterhin die grundgesetzbrechende Funktion zum Nachladen beliebiger Erweiterungen».