Tripolis/Kairo (dpa) - In der Geburtsstadt des langjährigen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi gibt es neue Hinweise auf ein Massaker. Angeblich wurden 267 Leichen gefunden.

In vielen Fällen seien die Opfer vermutlich summarisch getötet worden, berichtete die Webseite «Qurinaew» am Mittwoch unter Berufung auf Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Diese hätten diese Informationen von libyschen Offiziellen aus Bengasi erhalten, die in Sirte mutmaßliche Massaker untersuchen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte zu Wochenbeginn berichtet, dass ihre Mitarbeiter in Sirte 53 Leichen von Gaddafi-Anhängern gefunden hätten. Diese letzten Gaddafi-Getreuen sollen nach ihrer Gefangennahme durch die Übergangsrats-Milizen getötet worden sein.

Sirte war am vergangenen Donnerstag nach wochenlangen, erbitterten Kämpfen in die Hände der Milizen des Übergangsrates gefallen. Am selben Tag war auch der frühere Diktator Muammar al-Gaddafi von den Milizionären gefangen genommen und wahrscheinlich gezielt erschossen worden.