London/Berlin (dpa) - Experten, die mit Zuversicht auf die Smartphone-Allianz von Nokia und Microsoft blicken, trauen ihnen die Rolle der «dritten Kraft» zu. Das heißt auch, auf die ersten beiden Positionen müssen sich der weltgrößte Handy-Bauer und der Windows-Riese vorerst gar nicht erst Hoffnungen machen.

Während Nokia über Jahre den anfangs noch kleinen Markt mit Zwei-Drittel-Anteilen dominierte, schaffte es das Google-Betriebssystem bemerkenswert schnell, die Finnen zu entthronen. Noch im zweiten Quartal 2010 stand Android bei 17 Prozent und Nokias Symbian-Plattform bei fast 41 Prozent. Doch schon Mitte dieses Jahres hat sich die Lage gedreht: Android war der klare Marktführer mit 43 Prozent, während Symbian auf 22 Prozent abrutschte. Da Nokia keinen Hehl daraus machte, dass Symbian ein Auslaufmodell ist, das schließlich Microsofts Windows Phone weichen muss, dürfte sich der Anteil noch weiter verringern.

Auch der Blackberry-Anbieter Research in Motion verliert schnell an Gewicht. Im Moment ist die Lage so, dass Android und Apples iPhone den anderen Wettbewerbern die Luft abschnüren. Dabei wächst der Smartphone-Markt explosiv schnell: Allein im zweiten Quartal um 74 Prozent auf 107 Millionen Geräte.

Das Erfolgsgeheimnis hinter dem rasanten Vormarsch von Android ist, dass die Plattform von vielen Herstellern genutzt wird. Apple ist hingegen mit seinem Marktanteil von zuletzt rund 18 Prozent ein Champion, was den Ertrag angeht: Nach Schätzung einiger Marktbeobachter landet rund die Hälfte der Gewinne aller Handy-Hersteller in den Kassen des iPhone-Anbieters. Für Microsoft ist Nokia die größte Hoffnung, die Windows-Phone-Plattform doch noch von der Stelle zu kriegen. Das vor einem Jahr vorgestellte Betriebssystem wurde zwar von Experten gelobt, dümpelt aber bei Marktanteilen von gerade einmal zwei Prozent herum.

Zahlen zum 2. Quartal von Gartner