London (dpa) - Acht Monate nach Vereinbarung einer engen Partnerschaft mit Microsoft hat der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia sechs neue Mobiltelefone vorgestellt, darunter seine ersten beiden Smartphones mit Windows Phone. Vorstandschef Stephen Elop sagte am Mittwoch in London.

«Wir hatten einige schwierige Momente und harte Entscheidungen zu treffen.» Mit dem neuen Smartphone-Flaggschiff Lumia 800 wolle Nokia jetzt aber zeigen, dass es immer noch Möglichkeiten gebe, mobile Geräte einfacher, flexibler und integrierter zu gestalten als bisher.

Weitere Neuheiten sind ein kleineres Windows-Phone-Telefon mit der Bezeichnung Lumia 710 sowie vier Handys mit dem Nokia-eigenen System Symbian. Elop sagte, Nokia wolle neue Maßstäbe bei Design und Benutzerfreundlichkeit setzen. Der Manager kam im September 2010 von Microsoft zu Nokia und löste den glücklosen Vorstandschef Olli-Pekka Kallasvuo ab. Vier Monate später schloss er eine exklusive Partnerschaft mit Microsoft zur Nutzung von Windows Phone auf den künftigen Smartphones von Nokia.

Als Folge der Umstellung und unter dem scharfen Wettbewerbsdruck vor allem von Apple sowie Herstellern von Geräten mit dem Google-System Android ist Nokia in die roten Zahlen geraten: Im dritten Quartal fiel ein Verlust von 68 Millionen Euro an - nachdem ein Jahr zuvor noch ein Gewinn von 529 Millionen Euro erwirtschaftet worden war. Auch der Umsatz sank um 13 Prozent auf 8,98 Milliarden Euro. Allein der Absatz von Smartphones ging um 39 Prozent zurück. Relativ stark ist Nokia aber noch beim Geschäft mit einfachen Handys in ärmeren Ländern.

Nach jüngsten Zahlen der Marktforscher führt Apple (USA) den weltweiten Markt der Smartphone-Hersteller an, vor Samsung (Südkorea), Nokia (Finnland), RIM (Kanada) mit seinen Blackberry-Geräten, HTC (Taiwan) und Motorola (USA), das inzwischen von Google übernommen wurde. Samsung und HTC stellen sowohl Windows-Phone- als auch Android-Smartphones vor. Bei den Software-Plattformen für die Computer-Handys liegt Android vor dem Apple-System iOS und Blackberry. Das vor gut einem Jahr eingeführte Windows Phone 7 hat den Marktforschern zufolge bislang erst einen Anteil von weniger als zwei Prozent.

Bei der Produktion von Handys insgesamt ist Nokia aber weiter führend. Das Unternehmen will laut Elop insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern weiter wachsen und «die nächste Milliarde Menschen ins Internet bringen. Auf seiner Hausmesse Nokia World wurde dafür unter dem Namen Asha eine neue Modellreihe von Geräten mit dem Betriebssystem Symbian vorgestellt. «Asha kommt aus der Hindi-Sprache und bedeutet Hoffnung», sagte Elop.

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