Berlin (dpa) - Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will heute sein mit Spannung erwartetes Konzept für die Schließung von Bundeswehrstandorten vorstellen. Dem Vernehmen nach sollen rund 30 der 400 Kasernen und anderen Einrichtungen geschlossen werden.

Die Standortentscheidung ist die letzte wichtige Weichenstellung der Bundeswehrreform nach dem Aussetzen der Wehrpflicht sowie der Festlegung der Truppenstärke und der Grobstrukturen. Sie wird vor allem in den Kommunen mit Spannung erwartet, weil die Bundeswehr für sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

Die Bundeswehr soll von ursprünglich 250 000 auf 170 000 bis 185 000 Soldaten verkleinert werden. Durch das Aussetzen der Wehrpflicht ist die Truppe bereits jetzt schon auf rund 200 000 Soldaten geschrumpft.

Die Kommunen fordern angesichts der Standortschließungen ein Hilfsprogramm für betroffene Regionen. «Über Jahrzehnte waren die Städte und Gemeinden, die jetzt von den Standortschließungen betroffen sind, gute Gastgeber für die Bundeswehr», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der «Passauer Neuen Presse».

Bund und Länder hätten «Verantwortung dafür zu tragen, dass an den Standorten jetzt nicht das Licht aus geht». Oftmals sei die Bundeswehr zentraler Arbeitgeber und mit ihren Zivilbediensteten wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Bundesagentur für Arbeit kündigte Hilfsangebote für betroffene Bundeswehrbedienstete an. «Wir werden sicherlich beim Übergang in eine Stelle auf dem normalen Arbeitsmarkt behilflich sein», sagte Arbeitsagentur-Vorstand Heinrich Alt der «Rheinischen Post». Dabei sollten die Jobcenter direkt in den leerlaufenden Kasernen Präsenz zeigen. Bisher hätten die Arbeitsagenturen mit ehemaligen Bundeswehr-Angehörigen gute Erfahrungen gemacht. «Sie verfügen oftmals über eine gute Ausbildung und eine ordentliche Qualifikation», sagte Alt.

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