Berlin (dpa) - Das Buch über den «iGod» ist prominent für alle sichtbar ausgelegt - auf dem ersten Büchertisch direkt am Eingang. Mehrere Dutzend Biografien von Apple-Gründer Steve Jobs hat das Berliner Kultur-Kaufhaus Dussmann am Donnerstagmorgen dort gestapelt.

Weiß und in Folie verpackt liegen sie da - auf dem Cover ein Porträtfoto des verstorbenen Technik-Genies, das eine Hand nachdenklich ans Kinn hält. «Lang erwartet - Die neue Steve-Jobs-Biografie» steht auf einem Werbeschild.

Doch der erwartete Ansturm auf die Memoiren des begnadeten Verkäufers bleibt erst einmal aus. Zwar blättern kurz nach Ladenöffnung um 10.00 Uhr schon etliche Kunden interessiert in dem 700-Seiten-Wälzer. Aber gerempelt wird nicht - nur wenige kaufen das 24,99 Euro teure Buch. Kein Vergleich zum Ansturm, wenn ein neues iPhone oder ein anderes angesagtes Apple-Produkt auf den Markt kommt.

Mit erstaunlichen 250 000 Exemplaren ist die einzige von Jobs autorisierte Biografie am Donnerstag in Deutschland im Verlag C. Bertelsmann erschienen, gerade einmal drei Wochen nach seinem Tod. Eine Biografie mit einer Startauflage von einer Viertelmillion - «das ist einzigartig, dass ein Buch so erwartet wird nach dem Tod des Protagonisten», sagt eine Sprecherin von Bertelsmann.

Bücher über Apple wurden ja schon viele geschrieben. Doch wer war Steve Jobs wirklich? Damit die Menschen rasch Antwort auf diese Frage bekommen, musste man bei Bertelsmann eine «Herkulesarbeit» in Gang setzen, wie eine Verlagssprecherin sagt. Ursprünglich sollte die von Autor Walter Isaacson verfasste Biografie erst 2012 erscheinen, dann zog man den Termin auf November 2011 vor.

Als Jobs am 5. Oktober seiner langjährigen Krebserkrankung erlag, wurde der Erstverkaufstag in den USA noch einmal auf den 24. Oktober vorverlegt, in Deutschland auf den 27. Oktober. «Für Lektorat, Herstellung und Vertrieb war das eine Ausnahmesituation», sagt die Verlagssprecherin. Nun liegen die Bücher druckfrisch aus. Die Leser können erfahren, dass Jobs ein von Visionen und Dämonen getriebener Mann war.

Am Berliner Alexanderplatz muss man den «iGod» erst einmal suchen. In der Thalia Buchhandlung liegt die Jobs-Biografie hinten im Obergeschoss im Bereich «Computer». Eine Handvoll Exemplare sind dort in einer Ecke ausgelegt.