Athen (dpa) - Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat die Beschlüsse des EU-Krisengipfels als «letzte Chance» für die Entwicklung des Landes bezeichnet.

Diese «letzte Chance» sollte sich Griechenland nicht verbauen, sagte Papandreou am Freitagabend im Parlament in Athen vor der mit Spannung erwarteten Vertrauensabstimmung. Das Land erlebe «historische Momente», in denen die Opposition teilnahmslos sei, kritisiere und blockiere. «Wir tragen das Kreuz des Leidens, obwohl wir nicht für die Probleme verantwortlich sind», sagte der Ministerpräsident weiter.

Er sprach zudem von dem seit 24 Monaten laufenden Kampf um die Zukunft des Landes. In diesem Kampf sei die Opposition teilnahmslos gewesen. Griechenland zahle heute die Fehler der Vergangenheit. Die Defizite des Landes aber seien auf die heutige Oppositionspartei Nea Dimokratia zurückzuführen.

Nun werde eine breite Unterstützung gebraucht. Ein Volksreferendum hätte seiner Ansicht nach eine klare Antwort des Volkes gegeben, das Volk hätte mit «Ja» gestimmt. Das Referendum sei aber vom Tisch.

Die internationalen Geldgeber hatten den Referendums-Plan scharf kritisiert. 17 Staats- und Regierungschefs der Euroländer hatten unter anderem ein neues 100-Milliarden-Euro-Paket für Athen beschlossen. Private Gläubiger wie Banken und Versicherer hatten angekündigt, auf die Hälfte ihrer Forderungen zu verzichten. Anfang 2012 sollten nach dem ursprünglichen Plan alte gegen neue griechische Anleihen getauscht werden.