Cannes (dpa) - Es sollte ein Gipfel werden, der Geschichte schreibt, eine Kampfansage der Politik in der jüngsten Krise. Aber das Psychodrama um das Referendum in Griechenland machte den Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten der Welt (G20) einen Strich durch die Rechnung.

Stundenlang wurde in unterschiedlichsten Konstellationen darüber beraten, wie das Vertrauen der Märkte in die Eurozone wiederhergestellt werden kann. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Gipfel im Überblick:

Entwicklungshilfeorganisationen und Umweltschützer sind zutiefst enttäuscht vom Ausgang des G20-Gipfels. Warum?

In Cannes ging es wieder einmal fast ausschließlich um die Finanzmärkte. Der Hunger auf der Welt oder der drohende dramatische Klimawandel spielten im Vergleich zur Euro-Krise kaum eine Rolle. «Wir bestreiten nicht, dass dieses Thema wichtig ist, doch die 925 Millionen Menschen, die jeden Abend mit einem leeren Magen ins Bett gehen und die Millionen Menschen am Horn von Afrika, die derzeit ums Überleben kämpfen, hätten die Aufmerksamkeit der einflussreichsten politischen Führer dringend benötigt», kommentierte Marwin Meier vom Hilfswerk World Vision.

Was hat der G20-Gipfel gebracht?

Keine großen Überraschungen. Wie erwartet werden die Akteure auf den Finanzmärkten noch straffer an die Leine genommen. Steueroasen sollen endgültig ausgetrocknet, unregulierte Spekulationsgeschäfte über sogenannte Schattenbanken verhindert werden. Ebenfalls wie erwartet gab es keine Einigung beim Thema Finanztransaktionssteuer. Nach Meinung ihrer Befürworter könnte sie ebenfalls helfen, gefährliche Finanzmarktspekulationen einzudämmen und zudem Milliardensummen in die Staatskassen spülen. Geld, das beispielsweise für den Kampf gegen den Klimawandel oder die Abfederung der Krisenfolgen nützlich wäre.

Sind auch deutsche Finanzinstitute von den G20-Beschlüssen betroffen?