Pfahls' Verteidiger Walter Lechner sah anders als der Anklagevertreter eine Haftstrafe von maximal vier Jahren für seinen Mandanten als angemessen an. Er wies vor allem auf das umfassende Geständnis des ehemaligen CSU-Politikers und einstigen politischen Ziehsohns von Franz Josef Strauß hin. «Mehr kann man von einem Geständnis nicht erwarten», sagte Lechner.

Aus seiner Sicht habe Pfahls deshalb durchaus seine Ankündigung wahr gemacht, «reinen Tisch» zu machen. Zudem habe er seine Steuerschulden in Höhe von 653 000 Euro als Schadenswiedergutmachung bereits beglichen. «Der vom Finanzamt errechnete Betrag wurde bezahlt, und zwar in voller Höhe», sagte Lechner.

Pfahls war 1999 untergetaucht, nachdem im Zusammenhang mit dubiosen Rüstungsgeschäften des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen aufgekommen war. 2004 wurde er in Paris gefasst und 2005 in Augsburg wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Doch statt später die geforderten Prozesskosten und Steuerforderungen zu begleichen, gab Pfahls sich nach der Haftentlassung als mittellos aus. Nach Angaben von Staatsanwalt Peintinger verfügte er jedoch über ein Vermögen von mehr als fünf Millionen Euro.

Landgericht Augsburg